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Neue Verkehrsführung verwirrt Autofahrer

Neue Verkehrsführung verwirrt Autofahrer

Jahrelang wurde über den Ausbau der Arensbergstraße als wichtige Zufahrt zur Dauner Innenstadt diskutiert, und auch nachdem das Vorhaben realisiert worden ist, gibt es Gesprächsstoff. Anwohner beklagen sich, dass die erhoffte Verbesserung der Verkehrssituation noch nicht eingetreten ist.

Daun. Der Fahrer eines schwarzen VW-Passat mit Dauner Kennzeichen steht - von der Arensbergstraße kommend - an der Zufahrt zum Wirichparkplatz. Ein Schild weist darauf hin, dass er links abbiegen soll, aber er entscheidet sich dennoch, rechts zu fahren. Langsam tastet er sich vor, sieht, dass niemand entgegenkommt, gibt Gas und fährt in Richtung AOK/Lindenstraße.

Genervte Anwohner: Kein Einzelfall in jüngster Zeit, obwohl das seit Änderung der Verkehrsführung nach dem Ausbau der Arensbergstraße nicht mehr erlaubt ist. Lange war es möglich, über die Arensbergstraße entweder auf den Wirichparkplatz oder Richtung Lindenstraße (Post) zu fahren. Durch die gut drei Wochen geltende Änderung, die nach dem mehrere Monate dauernden Ausbau der Straße in Kraft getreten ist, sollte die Situation für die Anwohner verbessert werden, aber zunächst ist das Gegenteil eingetreten. "Es ist kaum zu fassen, wie viele Autos und auch Lastwagen nun bei uns vorbeikommen, obwohl es gar nicht mehr erlaubt ist", berichtet Phillip Peters, der es beurteilen kann, wohnt er doch schon viele Jahre am Arensberg. Er hat einige der "Illegalen" fotografiert, ein Nachbar hat die Nummern von Fahrern, die sich nicht an die neue Regelung halten, aufgeschrieben und weitergegeben, aber sie haben derzeit nur die Hoffnung, dass die veränderte Verkehrsführung besser angenommen wird.
Darauf baut auch Bernd Hein, der jahrelang auf den Ausbau der Arensbergstraße gedrängt hatte. Denn der Teil der Straße, der an seinem Haus vorbeiführt, war vor allem bei Fahrern beliebt, die den schnellsten Weg vom südlichen Ende der Stadt beispielsweise in Richtung Behördenzentrum nehmen wollten. Ein Umstand, der die Nerven der Anwohner lange strapazierte. Nun aber ist der Straßenabschnitt offiziell Sackgasse, aber auch darum scheren sich viele Fahrer nicht.

Beet ist kein Hindernis: Ein am Ende der Straße neu angelegtes Beet war jedenfalls kein Hindernis: Sie fuhren einfach drüber. Obwohl die Sackgasse beschildert ist, "hat der Verkehr überhandgenommen. Eigentlich sollte er ja reduziert werden, stattdessen hat er sich zunächst für uns verdoppelt, da viele hochfuhren und wieder zurück mussten", berichtet Hein. Spontan entschied er sich, ein handgefertigtes Schild "Stopp Sackgasse" aufzustellen, "um uns und den Fahrern zu helfen."
Die Arensbergstraße war erst vor drei Wochen wieder geöffnet worden, und bei der Stadt hatte man wohl nicht gedacht, so schnell eingreifen zu müssen. Aber es blieb keine andere Wahl: Die Sackgasse ist nun wirklich eine (zumindest für Autos), denn die Straße wurde mit Holzplanken zugemacht. Zudem ist die Beschilderung verstärkt worden. Mehr will die Stadt derzeit aber noch nicht tun, denn die neue Verkehrsführung ist als Testlauf angelegt.

Nicht alle Navis aktuell: Bleibt immer noch das Problem "Navifalle": In der Vergangenheit gab es Probleme mit LKW-Fahrern, die - von den Navigationsgeräten gelotst - sich in der schmalen Arensbergstraße festfuhren. Aus Sicht der Stadt ist alles getan worden, damit die Navi-Hersteller über die neue Verkehrsführung informiert werden. Sie sind angeschrieben worden, und die Firmen haben zugesagt, dass die Änderung eingearbeitet wird. Was aber das Problem nicht komplett löst, denn viele sind mit Navis unterwegs, deren Kartenmaterial nicht auf dem aktuellsten Stand ist. Trotz aller Verwirrung um die neue Verkehrsführung bleibt Hein gelassen: "Die Änderungen müssen sich einspielen, grundsätzlich aber ist es gut, dass es endlich gemacht wurde."Meinung

Kontrolle ist besser
So viel Verkehr in der Innenstadt wie nötig, so wenig Verkehr wie möglich: Nach diesem Motto ist auch die Verkehrsführung in der Arensbergstraße geändert worden, und das ist gut so. Daran sollte die Stadt auf jeden Fall festhalten, auch wenn es nun Probleme gibt. Aber mit Schildern und Sperren allein ist es nicht getan: Es muss auch kontrolliert werden. Denn nicht wenige von denen, die sich nicht an die neue Regelung halten, sind Einheimische und die können sich nicht darauf berufen, zufällig dort hingekommen zu sein. Es spricht sich rum, wenn einer mal erwischt wird und auch ein Knöllchen bekommt. s.sartoris@volksfreund.de