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Neuentdeckung in altem Gebälk

Neuentdeckung in altem Gebälk

Die ältesten Teile des "Mätthessen-Hauses" in Schutz stammen nach einem Gutachten der Universität Köln von 1507. Für Besitzerin Renate Wittkuhn-Ring war dies - und die Tatsache, dass sie seit zehn Jahren in dem Haus wohnt - Anlass für ein Fest.

Schutz. (bb) Mitarbeiter des Labors für Dendrochronologie (siehe Hintergrund) an der Universität Köln hatten die Deckenbalken in der Flurküche des Bauernhauses im Burbergweg in Schutz angebohrt, untersucht und mit dem Messergebnis "1507" bei Renate Wittkuhn-Ring für eine Überraschung gesorgt. Aufgrund ihrer eigenen Nachforschungen war die Hausbesitzerin bis dahin von dem Baujahr 1823 ausgegangen. Auch diese Jahreszahl bestätigten die Dendrochronologen. "Die Eichen, aus denen die Balken für die Dachkonstruktion gemacht wurden, sind 1823 geschlagen worden", berichtete Renate Wittkuhn-Ring. Doch die eigentliche Geburtsstunde ihres Hauses sei vor 500 Jahren gewesen. "Ein triftiger Grund zum Feiern", sagte sie bei der Begrüßung von Freunden und Gästen und erinnerte an ihre persönliche Entdeckung des Hauses im Jahr 1993, den Kauf 1994 und den Einzug 1997. Seither gilt das Haus als vorbildliches Beispiel einer behutsamen Restaurierung, die von dem Gedanken geprägt war, Gestalt, Charakter und Baustoffe des alten Hauses zu erhalten und gleichzeitig modernen Wohnansprüchen anzupassen (der TV berichtete).Eröffnet wurde die Feierstunde zur Gründung des Hauses vor 500 Jahren mit einem Kammerkonzert des "Consortium Schutz"; dazu gehören Hausbesitzerin Renate Wittkuhn-Ring (Violine) Freya Oleinek aus Manderscheid (Cembalo und Alt- und Bassblockflöte), Andres Scholtes aus Oberstadtfeld (Bassblockflöte) und Margret Weber aus Köln (Alt-, Sopran- und Tenorblockflöte). Das Quartett spielte auf hohem Niveau alte Musik aus der Zeit, als das "Mätthessen-Haus" noch jung war, darunter Kompositionen aus der Feder von Pales-trina, Bach und Haydn. STICHWORT Der Begriff Dendrochronologie kommt aus dem Altgriechischen (Dendron = Baum, Chronos = Zeit, Logos = Kunde) und bezeichnet eine jahrgenaue Datierungsmethode. Dabei wird über den Vergleich der Jahrringfolgen eines Holzes seine zeitliche Zuordnung möglich. Die Methode findet in der Archäologie, der Bau- und Kunstgeschichte und in den Geowissenschaften Anwendung. Nach der Probenentnahme in Form von Scheiben oder Bohrkernen und der Aufbereitung der Proben erfolgen die Vermessung der Jahrringbreiten mit einem Auflichtmikroskop und die Datierung mit Hilfe statistischer Computerprogramme. (bb)