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Neuer Anlauf für eine neue Verbandsgemeinde

Neuer Anlauf für eine neue Verbandsgemeinde

Dem Kreis Vulkaneifel stehen große Veränderungen bevor: Die kommunalpolitische Landschaft wird sich verändern, wenn wie vorgesehen die Verbandsgemeinden Hillesheim und Gerolstein fusionieren und Teile der Verbandsgemeinde Obere Kyll nach Prüm wechseln.

Hillesheim/Gerolstein. Während in den Nachbarkreisen zwischenzeitlich Verbandsgemeinden zusammengelegt worden sind, ist der Kreis Vulkaneifel noch ungeschoren geblieben - aber nicht mehr lange. Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll hat sich mehrheitlich für einen Zusammenschluss mit der VG Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) entschieden.
Allerdings ist der ursprüngliche Plan, dass alle 14 Orte mitgehen, schon Geschichte. Drei Dörfer - Lissendorf, Birgel und Steffeln - wollen in die VG Gerolstein, der dortige Rat hat bereits bekundet, die Orte aufzunehmen.Kommunal reform


Aber damit nicht genug: Einige Gönnersdorfer tragen den Beschluss des Gemeinderats, der sich für den Wechsel nach Prüm ausgesprochen hat, nicht mit. Sie wollen, dass die Einwohner mitentscheiden, wohin der Ort geht, und haben ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht. Sollte auch Gönnersdorf sich gegen den Wechsel nach Prüm entscheiden, sieht beispielsweise Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) auch in "Jünkerath, Feusdorf und Esch potenzielle Kandidaten für einen Wechsel nach Hillesheim beziehungsweise Hillesheim-Gerolstein".
Was ist in den vergangenen drei Jahren im Kreis Vulkaneifel nicht alles über mögliche neue VG-Zuschnitte diskutiert und beraten worden. Hillesheim und Obere Kyll waren vom Land als Fusionspartner ausgeguckt, zunächst war aber ein Dreier-Zusammenschluss Gerolstein-Hillesheim-Obere Kyll ins Auge gefasst worden. Als Erste stiegen die Gerolsteiner aus, weil sie erstens nicht zu einem Zusammenschluss verpflichtet sind und zweitens die Übernahme der Schulden der beiden Nachbarn fürchteten.Noch nicht offiziell verhandelt



Dann hatten die Hillesheimer erst der Oberen Kyll wegen deren Finanzlage einen Korb gegeben und dann auch Gerolstein. Sie hatten befürchtet, bei einem Zusammenschluss mit der großen Nachbar-VG unterzugehen. Nachdem es zumindest Teile der Oberen Kyll nach Prüm zieht, hat das Innenministerium den Hillesheimern allerdings nochmals "nahegelegt", sich doch noch einen Partner zu suchen. Und das soll nach dem Willen des VG-Rats die VG Gerolstein sein. Der Hillesheimer Rat hat im September fast geschlossen (eine Gegenstimme) beschlossen, die Fusionsgespräche mit der VG Gerolstein wieder aufzunehmen. Mit dem Ziel eines "baldigen Zusammenschlusses". Offizielle Verhandlungen hat es aber noch nicht gegeben.
Derzeit werden nach Mitteilung von Heike Bohn, parteilose Bürgermeisterin der VG Hillesheim, und ihrem Gerolsteiner Amtskollegen Matthias Pauly (CDU) Zahlen und Fakten miteinander verglichen. Es werden also zunächst Hausaufgaben gemacht, um die Grundlagen zu ermitteln, über die verhandelt wird. Die Verwaltungschefin sieht keinen großen Spielraum mehr, was die Verhandlungen mit Gerolstein angeht. Weder zeitlich - laut Heike Bohn liegt der Gesetzentwurf, der die Fusion regelt, "im Grundsatz" vor - noch inhaltlich: "Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass es für uns nur noch einen ,Hauch\' eines freiwilligen Zusammenschlusses gibt."
Wenn es im erneuten Anlauf dann doch mit der Fusion klappt, was ist es dann: Liebesheirat oder Vernunftehe? "Zwischen diesen beiden Polen gibt es viele Varianten", sagt Matthias Pauly.
Die Bürgermeister sind jedenfalls optimistisch, ein Ergebnis bei den Verhandlungen zu erreichen, das möglichst viele in den beiden Verbandsgemeinden mittragen können. Denn: "Das Hillesheimer Land und das Gerolsteiner Land haben mehr gemeinsam, als uns trennt".