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Neuer Anlauf für neue Turnhalle

Neuer Anlauf für neue Turnhalle

Die Verbandsgemeinde Gerolstein investiert weiter massiv in ihre Schulen. Größtes Vorhaben im fünf Millionen Euro umfassenden Investitionsplan für 2016 ist mit 3,85 Millionen Euro der Neubau einer Turnhalle für die Realschule plus in Gerolstein. Nachdem das Projekt bereits mehrfach von der Aufsichtsbehörde abgelehnt worden war, soll nächstes Jahr ein letzter Anlauf gestartet werden.

Gerolstein. Mit zwei beachtlichen Aussagen kommt der nicht ganz ausgeglichene Etat der Verbandsgemeinde für 2016 (es fehlen 78 000 Euro) daher, den der VG-Rat einstimmig verabschiedet hat: Erstens wird kräftig investiert, zweitens wird die Umlage erneut gesenkt.
Projekt mehrfach abgelehnt


Zum Investitionsplan: Er umfasst fünf Millionen Euro, wobei 4,7 Millionen Euro in den Schulsektor fließen sollen. Wohlgemerkt sollen. Denn ob es auch dazu kommt, ist noch ungewiss. Den größten Posten macht der mit 3,85 Millionen Euro (davon 1,9 Millionen Euro beantragte Zuschüsse) bezifferte Neubau einer Zweifeld-Turnhalle für die Realschule plus in Gerolstein aus. Nachdem das Projekt mehrfach von der Aufsichtsbehörde abgelehnt worden war, soll nächstes Jahr ein letzter Anlauf gestartet werden. Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) sagte dazu: "Es wird Zeit. Wir werden um die Turnhalle kämpfen und in 2016 eine Entscheidung herbeiführen. Falls wir uns mit unseren Vorstellungen aber nicht werden durchsetzen könne, müssen wir uns um Alternativen Gedanken machen." Bei den Fraktionen genießt Pauly Rückhalt in dieser Frage.
SPD-Fraktionssprecher Georg Linnerth, zugleich Vorsitzender des SV Gerolstein, meinte: "Ich halte eine neue und vor allem größere Turnhalle für dringend erforderlich - für die Schule und für die Vereine." CDU-Sprecher Klaus Schildgen sagte: "Die Investitionen in unsere Schulen haben absoluten Vorrang. Da bleiben wir unserer Linie treu." FWG-Sprecher Klaus Peters fügte hinzu: "Die Turnhallen-Entscheidung ist überfällig."
Darüber hinaus schlägt die Fortführung des Umbaus in der Grundschule Waldstraße in Gerolstein massiv zu Buche: 820 000 Euro (davon 520 000 Euro beantragte Zuschüsse) sollen für Brandschutz und den Umbau des Treppenhauses samt Aufzug gesteckt werden, damit die Schule sicherer und barrierefrei wird.
Ebenfalls nennenswert sind die 100 000 Euro Planungskosten für den Umbau und die Sanierung des Rathauses, in die nach der Fusion ja auch die Verwaltungsmitarbeiter aus Hillesheim umziehen sollen. In Anspielung auf die auf Eis gelegte Fusion Obere Kyll-Prüm und alle Gerüchte drumherum, die sich um die zum 1.1. 2017 geplanten Fusion Gerolstein-Hillesheim drehen, sagte Pauly: "Wir erleben derzeit leider einen Stillstand. Und das gefällt mir gar nicht. Es wird Zeit, dass die Umsetzung erfolgt."
Umgesetzt wird hingegen im nächsten Jahr die erneute Senkung der VG-Umlage. Das ist der Beitrag, mit dem die Stadt Gerolstein und die Dörfer des Gerolsteiner Landes die VG finanzieren. Und zwar im dritten Jahr in Folge - diesmal von 36 auf 35 Prozent. "Damit haben wir den niedrigsten Umlagesatz im Kreis", sagte Pauly - und richtete sich dabei auch ein wenig an die anwesenden Gäste aus den wechselwilligen Gemeinden der Oberen Kyll (und alle anderen wechselwilligen Kommunen). CDU-Sprecher Klaus Schildgen veranlasste das zu der Aussage: "Unsere Ortsgemeinden können froh und stolz sein, dass sie in unserer Verbandsgemeinde sind."
FWG-Sprecher Klaus Peters sorgte aber rasch dafür, dass die Selbstbeweihräucherung nicht allen die Sinne vernebelte. Er sagte: "Auch wenn das nicht primär an uns, sondern an Bund und Land liegt, die die Kommunen nicht mit genügend Finanzmitteln ausstatten: Trotz der Senkung geht es den meisten unserer Gemeinden nach wie vor schlecht." Dennoch: Durch die Umlagensenkung müssen zehn der 13 Kommunen weniger Geld an die VG überweisen. Lediglich Berlingen, Pelm und die Stadt Gerolstein legen drauf. Die Stadt wegen ihrer hohen Gewerbesteuereinnahmen aber dafür kräftig. Ihr Beitrag steigt um 17 Prozent auf 3,8 Millionen Euro.Extra

Grunddaten: Der Etat der VG für 2016 ist bei einem Volumen von 15,67 Millionen Euro unausgeglichen. Es fehlen 78 000 Euro. Durch die VG-Umlage nimmt sie knapp 5,5 Millionen Euro von den Gemeinden ein. Das sind 376 000 Euro mehr als 2015. An den Kreis überweist die VG 322 000 Euro, 11 500 Euro weniger als dieses Jahr. Die Verschuldung der VG steigt zum Jahresende 2016 um rund 2,4 Millionen Euro auf 9,26 Millionen Euro. Das ist vor allem auf die Kreditaufnahme für den Turnhallenneubau zurückzuführen. Investitionen: Das Investitionsvolumen liegt 2016 bei rund 5 Millionen Euro. Neben dem Turnhallenneubau (3,85 Millionen Euro) und dem Umbau der Grundschule Waldstraße (820 000 Euro) fallen ins Gewicht: Planungskosten für den Umbau und die Sanierung des Rathauses (100 000 Euro), Planungskosten für die Erneuerung der Leichtathletik-Anlage am Sportplatz in Gerolstein (70 000 Euro) sowie 110 000 Euro für die Ausstattung der Wehren, darunter 50 000 Euro für die Umrüstung auf Digitalfunk). mh