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Neuer Anlauf für neuen Busbahnhof

Neuer Anlauf für neuen Busbahnhof

Der Stadtbürgermeister ist zuversichtlich, dass die Neugestaltung des Michel-Reineke-Platzes 2017 realisiert wird.

Daun Ausgeglichener Haushalt? Für die Stadt Daun seit Jahrzehnten praktisch ein Fremdwort. Seit den 1990er Jahren gibt sie in der Regel mehr aus als sie einnimmt. Ausnahme 2008: Damals war dank einer Rekord-Gewerbesteuereinnahme von mehr als acht Millionen Euro ein kleiner Überschuss zu verzeichnen. Auch für das Haushaltsjahr 2017 tut sich wieder eine Lücke auf: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen um gut 800 000 Euro bei einem Gesamtvolumen von fast 15 Millionen Euro. Aber: Der Fehlbetrag ist gut 200 000 Euro niedriger als im Vorjahr und nur noch halb so hoch wie 2015 (1,6 Millionen Euro). Für Stadtbürgermeister Martin Robrecht Beleg dafür, dass "wir auf dem Weg der Konsolidierung gut unterwegs sind."
Aber der Weg ist ein steiniger. Die Finanzexperten der Verbandsgemeindeverwaltung bezeichnen die finanzielle Situation der Stadt als "nach wie vor dramatisch". Allein der Schuldenstand beläuft sich auf gut 21 Millionen Euro. Der Stadtbürgermeister hatte für die jüngste Stadtratssitzung eine Übersicht vorgelegt, aus der hervorgeht, wie viel Geld der Stadt aus dem Teil ihrer Einnahmen verbleibt, die über Grund- und Gewerbesteuer sowie dem Anteil aus Lohn-/Einkommenssteuer, Umsatzsteuerleistungen und Schlüsselzuweisungen erzielt werden. Beispiel 2014: Einnahmen 7,83 Millionen Euro, verbleibender Anteil für die Stadt 2,03 Millionen Euro. Beispiel 2017: prognostizierte Einnahmen 8,04 Millionen Euro, verbleibender Anteil für die Stadt 1,07 Millionen Euro. Robrechts Fazit: "Die Schere geht immer weiter auseinander." Vor allem dem Kreis Vulkaneifel und der Verbandsgemeinde (VG) Daun fließen über die Umlagen viel Geld aus der Stadtkasse zu. 2017 bekommt der Kreis nach derzeitiger, noch vorläufiger Schätzung 3,62 Millionen Euro, die VG 3,47 Millionen Euro. "Uns bleibt leider immer weniger", bedauert der Stadtbürgermeister.
Dafür stehen die Chancen gut, dass ein Projekt, dass schon für 2016 im Investitionsprogramm der Stadt stand, in diesem Jahr in Angriff genommen werden könnte: die Umgestaltung des Michel-Reineke-Platzes. Weil die Finanzierung nicht gesichert werden konnte, hatte die Kommunalaufsicht das Vorhaben auf Eis gelegt - und zwei weitere Projekte gleich mit: der Ausbau der Jahnstraße oberhalb der Grundschule (Kosten: rund 360 000 Euro) und der des Erlen- und Kiefernwegs im Stadtteil Waldkönigen (Kosten: knapp 800 000 Euro).
Noch ist nicht alles in ganz trockenen Tüchern - eine Finanzierungszusage steht noch aus, wird aber bald erwartet -, aber der Stadtbürgermeister ist zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr loslegen können." Die Planung für die Umgestaltung des Michel-Reineke-Platzes steht zwar, aber ein solch großes Projekt mit einem Investitionsvolumen von gut einer Million Euro will gut vorbereitet sein, denn die Bauarbeiten werden für den innerstädtischen Verkehr nicht ohne Auswirkungen bleiben.
Nach der Umgestaltung sollen künftig sechs Busse gleichzeitig abgefertigt werden können. Zwischen den beiden neuen Fahrspuren entsteht eine große Mittelinsel für die Fahrgäste, wo zwei Wartehäuschen installiert werden. Klar ist schon, dass weniger Parkplätze zur Verfügung stehen werden.
Bislang gibt es auf dem Michel-Reineke-Platz 60 Stellplätze, von denen gut die Hälfte wegfallen wird. Zwischen Bushaltestelle, dem Imbiss, der Michel-Reineke-Straße und der Trierer Straße wird ein neuer Parkplatz entstehen. 22 Stellplätze werden dort entstehen, weitere sechs sind an der Michel-Reineke-Straße geplant, zwischen Bushaltestelle und dem Trafo-Häuschen.NEUE VERKEHRSFüHRUNG ZüGIG EINRICHTEN

Extra

(sts) Der Dauner Stadtrat hatte im November vergangenen Jahres einstimmig Eckpunkte für eine geänderte Verkehrsführung im Bereich der Arensbergstraße und des Wirichplatzes beschlossen (der TV berichtete). So soll die Zufahrt über die Arensbergstraße in die Innenstadt auch künftig möglich sein. Und das nicht mehr nur über den Wirichplatz, sondern auch wieder über die Lindenstraße (Richtung AOK/Post). Allerdings nur noch zeitlich begrenzt, voraussichtlich von 9 bis 21 Uhr. Damit wäre der Berufsverkehr künftig außen vor. Um das aber auch wirklich durchzusetzen, sollen "technische Hilfsmittel" eingesetzt werden. Konkret heißt das: Es wird eine Schranke installiert. Die Kosten dafür sind im Haushalt 2017 eingestellt worden. Laut Stadtbürgermeister Martin Robrecht soll die neue Verkehrsführung so schnell wie möglich umgesetzt werden, "möglichst im ersten Halbjahr."