Neuer Name, alte Aufgabe

Neuer Name, alte Aufgabe

DAUN/GEROLSTEIN. Die Arbeitsmarktsituation hat sich 2003 im Kreis Daun insgesamt verschlechtert und auch im Vergleich zu den Daten im Bezirk Trier ungünstiger entwickelt. Die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Arbeitslosen stieg von 1680 (im Jahr 2002) auf 1770 im vergangenen Jahr.

Das "Arbeitsamt" ist tot, es lebe die "Agentur für Arbeit": Wie auf Bundesebene, haben die Dienststellen der Arbeitsverwaltung auch auf lokaler Ebene einen neues "Etikett" verpasst bekommen. An den neuen Namen werden sich Mitarbeiter der Agentur-Geschäftsstellen in Daun und Gerolstein gewöhnen müssen, unverändert bleibt aber ihre Tätigkeit: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Arbeit verloren haben, wieder an die Berufswelt heranzuführen, oder, im besten Fall, einen neuen Job zu vermitteln."Insgesamt verschlechtert"

Die Bilanz für 2003 wurde bei der Jahrespressekonferenz der Arbeitsämter Daun und Gerolstein in der Kreisstadt vorgestellt. Robert Gilles, Leiter der Geschäftsstelle Gerolstein, erklärte, dass sich die Arbeitsmarktsituation im vergangenen Jahr im Kreis Daun insgesamt verschlechtert und auch im Vergleich zu den Daten im Bezirk Trier ungünstiger entwickelt habe.Die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Arbeitslosen sei von 1680 (im Jahr 2002) auf 1770 im vergangenen Jahr angestiegen. Während 2002 vor allem im Bereich der Geschäftsstelle Daun eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen war, ging die negative Entwicklung im Jahr 2003 ausschließlich zulasten des Bereichs Gerolstein.Dort wurde die gegenüber 2002 deutlich höhere saisonale Arbeitslosigkeit (im Februar 2003 waren es rund 200 Arbeitslose mehr als im Vergleichsmonat 2002) erst im dritten Quartal wieder abgebaut. Während die Zahl der Arbeitslosen (743) im Zuständigkeitsbereich Daun gegenüber 2002 unverändert geblieben ist, ging es im Gerolsteiner Einzugsgebiet nach oben. Waren es 2002 noch 937, stieg die Zahl 2003 auf 1027.Weniger offene Stellen

Ein "Schlag ins Kontor" war fürs Gerolsteiner Land vor allem die Schließung des Birresborner Sprudels. Im Bereich Daun verloren durch die Pleite des Altenheims in Strotzbüsch 28 Beschäftigte im vergangenen Jahr ihre Arbeit. Aber auch "Altlasten" aus den Vorjahren wie die Schließungen der Firma Erhard in Daun und der Firma Dom in Hallschlag belasten laut Gilles weiter die Bilanz. Die negative Entwicklung schlägt sich auch im Arbeitsplatz-Angebot nieder. So wurden im vergangenen Jahr den Geschäftsstellen Daun und Gerolstein 1027 offene Stellen gemeldet, 153 weniger als 2002.Als "beachtlich" wertete Gilles die Bilanz der gemeinsamen Anlaufstellen von Arbeitsamt und Sozialamt, die in Daun und seit Mitte vergangenen Jahres auch in Gerolstein etabliert worden sind. 104 von 221 Sozialhilfe-Empfänger, die von den Anlaufstellen betreut wurden, brauchen diese stattliche Unterstützung mittlerweile nicht mehr.Auch Existenzgründer, die eine so genannte "Ich-AG" gestartet haben, wurden von den Arbeitsamt-Geschäftsstellen des Kreises unterstützt. 47 solcher Anträge wurden im vergangenen Jahr bewilligt.

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