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Neues Kapitel in der Dauner Stadtgeschichte

Neues Kapitel in der Dauner Stadtgeschichte

Nach 15 Jahre an der Spitze der Kreisstadt hat Wolfgang Jenssen (SPD) in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats seinen Nachfolger Martin Robrecht in sein neues Amt als Stadtbürgermeisters eingeführt. In der Riege der Beigeordneten gibt es eine Änderung: Friedhelm Marder (CDU) ist der neue erste Beigeordnete.

Daun. Es ist für alle noch sicher etwas gewöhnungsbedürftig, wenn es künftig heißt: Stadtbürgermeister Martin Robrecht. Der 61-Jährige steht seit Donnerstag an der Spitze der Kreisstadt. In der konstituierenden Sitzung des Stadtrats ist er als Nachfolger von Wolfgang Jenssen ins Amt eingeführt worden. Der pensionierte Berufssoldat Robrecht hatte bei der Stichwahl um das Amt des Stadtbürgermeisters das Duell gegen den CDU-Kandidaten Gerd Becker gewonnen.
Nun sitzt der gebürtige Bremer im neuen Amt vor dem neuen Stadtrat, und obwohl er in seiner beruflichen Laufbahn schon viele große Bundeswehreinheiten geführt hat, diese Aufgabe ist doch Neuland.
Noch etwas nervös



Da kann es nicht überraschen, dass er ein zu Beginn noch etwas nervös ist. Aber wenn er bei den für ihn ungewohnten vielen Regularien etwas unsicher ist, hat er den richtigen Ratgeber an seiner Seite: Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun. Der ausgewiesene Kommunalrechtsfachmann "souffliert" dem neuen Stadtbürgermeister bei Bedarf.
Über das höchste Amt der Stadt haben die Bürger bei der Kommunalwahl entschieden, wer neben dem neuen Bürgermeister Beigeordneter wird, entscheiden nun die Stadtratsmitglieder. Schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung sind Gespräche geführt, und so ist die Besetzung der Posten des ersten und des zweiten Beigeordneten unstrittig. Die CDU, im neuen Rat mit neun Sitzen statt wie bisher acht vertreten, schlägt Friedhelm Marder als ersten Beigeordneten vor. Ergebnis: Der bisherige Fraktionssprecher wird einstimmig gewählt.
Größtmögliche Unterstützung auch für den von der SPD vorgeschlagenen Manfred Krag: Ebenfalls einstimmig wird er zum zweiten Beigeordneten gewählt. Da geheim gewählt wird, ist ungeklärt, wer der große Fan von Krag ist: "Ja, Manni vor" ist auf einem der Wahlzettel zu lesen. Im Ehrenamt als Beigeordneter hat Krag schon viel Erfahrung. In den vergangenen fünf Jahren war er dritter Beigeordneter.
Wie erwartet, verläuft die Wahl des dritten Beigeordneten nicht so einvernehmlich. Sowohl die Fraktion des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV) als auch die Wählergruppe (WG) Reineke schlagen einen Kandidaten vor. Beide Gruppierungen haben jeweils drei Sitze im Rat, aber die WG bekommt für ihren Vorschlag Johannes Reineke keine Unterstützung von den anderen Fraktionen. So fällt das Ergebnis deutlich aus: 20 Stimmen bekommt Dieter Wilhelm, der bisherige zweite Beigeordnete und Vorsitzendes des GVV, drei Stimmen Johannes Reineke.
Ein neuer Stadtbeigeordneter, ein neuer Beigeordneter, aber darüber hinaus hat sich durch die Kommunalwahl am traditionell bunten Spektrum des Rats der Kreisstadt nicht viel verändert. Wie in der abgelaufenen Wahlperiode sind wieder sechs Parteien und Gruppierungen im 24-köpfigen Rat vertreten sein.
Die CDU ist stärkste Kraft mit neun Sitzen, die SPD hat ihre Position gehalten und ist weiter mit sieben Sitzen im Rat vertreten. Verloren hat bei der Stadtratswahl nur die Bürgerunion Vulkaneifel (BUV). Sie hatte bislang zwei Ratsmitglieder, künftig wird allein Hermann Simon die Gruppierung vertreten. Was es bedeutet, "Einzelkämpferin" zu sein, hat Mariette Geisen schon in den vergangenen fünf Jahren als FDP-Stadtratsmitglied erlebt. Und daran haben die Wähler auch nichts geändert: Es ist bei einem Mandat für die Liberalen geblieben.Extra

Der neue Dauner Stadtrat: CDU: Gerd Becker (Fraktionssprecher), Friedhelm Haep, Claudia Stahl, Bernhard Kläs, Ulrike Meffert, Otmar Monschauer, Johann Strunk, Rafael Hoffmann, Werner Lehnen. SPD: Uli Domenghino (Fraktionssprecher), Jochen Scheler, Klaus Tautges, Bernd Leif, Wolfgang Jenssen, Winfried Schneider, Rudolf Schwarzmann. GVV: Stefan Minninger (Fraktionssprecher), Wolfgang von Wendt, Andreas Mayer. Wählergruppe Reineke: Gerd Herzog (Fraktionssprecher), Johannes Reineke, Helmut Giesen. FDP: Mariette Geisen. BUV: Hermann Simon. sts