Kommunalpolitik: Neues Kapitel in der Stadtgeschichte

Kommunalpolitik : Neues Kapitel in der Stadtgeschichte

Nach fünf Jahren an der Spitze der Kreisstadt hat Martin Robrecht in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats seinen Nachfolger Friedhelm Marder (CDU) als neuen Stadtbürgermeister eingeführt.

Auch wenn er längst zum Inventar der politischen Szene der Kreisstadt Daun gehört, wird es sicher noch etwas dauern, bis man sich daran gewöhnt hat, dass es nun heißen wird: Stadtbürgermeister Friedhelm Marder.

Der 60-Jährige war einziger Bewerber bei der Urwahl des Stadtoberhaupts Ende Mai, nun hat er die Nachfolge von Martin Robrecht angetreten, der nach einer Amtszeit als Stadtbürgermeister nicht mehr für eine Wiederwahl kandidieren wollte.

Nach fünf Jahren und einem Tag als Stadtbürgermeister trägt der 66 Jahre alte frühere Bundeswehr-Oberst zu Beginn der konstituierenden Sitzung des Stadtrats die Amtskette zum letzten Mal. Lange, ausschweifende Reden waren nie seine Sache, so nutzt er die letzten Minuten seiner Amtszeit vor allem, um Dank zu sagen: den Dauner Bürgern, der Verbandsgemeindeverwaltung „für tatkräftige Unterstützung“, „seinem“ Stadtrat und – nicht zu vergessen – seiner Frau Barbara.

„Nackte“ Zahlen hat der Sprecher der SPD-Fraktion, Ulrich Domenghino, zur Amtszeit von Robrecht zusammengetragen: 28 Stadtratssitzungen, 29 Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses, 27 Sitzungen des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses und diverse andere Sitzungen habe er  in den fünf Jahren geleitet. Aber es sind natürlich nicht diese Zahlen, sondern vor allem das Auftreten Robrechts im Amt, dass Domenghino im Namen aller Fraktionen hervorhebt: „Ein Stadtbürgermeister repräsentiert seine Stadt bei der Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, bei Verbänden und Vereinen, bei feierlichen Anlässen und vielem mehr. Das muss man wollen und das muss man auch können. Dass du das auch kannst, hast du in deiner Amtszeit eindrucksvoll bewiesen.  Und da hinterlässt du deinem Nachfolger große Fußstapfen.“

2014 habe Robrecht als Stadtbürgermeister-Kandidat angekündigt, „ehrlich, unabhängig und zuverlässig“ sein zu wollen, „das können wir heute gerne zu 100 Prozent attestieren“, sagt Domenghino, der schon Wolfgang Jenssen, Heinz Mengelkoch und Theo Fries als Stadtbürgermeister erlebt hat. Robrecht habe Daun nicht nur verwaltet, sondern auch aktiv gestaltet. Sein Resümee: „Wenn heute die große Mehrheit der Dauner Bevölkerung sagt, ,Schade, dass er nicht noch einmal kandidiert hat’, dann kannst du so viel nicht falsch gemacht haben.“

Die letzte Amtshandlung Robrechts: Er führt den bisherigen 1. Beigeordneten ins Amt ein und hängt seinem Nachfolger die Amtskette um. Marder würdigt die „vorbildliche Zusammenarbeit“ mit seinem Vorgänger und kündigt an, an das in Robrechts Amtszeit Erreichte anknüpfen zu wollen. So will er unter anderem das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ noch mehr in den Mittelpunkt stellen. Und einen Dauerbrenner anpacken: einen Wohnmobilstellplatz in Daun – daran haben sich schon mehrere Stadträte die Zähne ausgebissen...

Nun geht es zur Komplettierung der Stadtspitze. Schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung sind Gespräche geführt, und so ist die Besetzung der drei Beigeordneten-Posten unstrittig. Die SPD hat zwar ein Mandat bei der Kommunalwahl eingebüßt, kann aber trotzdem den neuen 1. Beigeordneten vorschlagen: den bisherigen 2. Beigeordneten Manfred Krag, der schon Jahrzehnte in der Dauner Stadtpolitik aktiv ist. Einhellige Zustimmung zu diesem Personalvorschlag aus allen Fraktionen, so ist es keine Überraschung: Krag wird einstimmig gewählt wird.

Neu im Stadtvorstand ist der bisherige CDU-Fraktionssprecher und Ortsvorsteher von Pützborn, Hennes (unter seinem richtigen Vornamen Johann kennen ihn wohl die wenigsten) Strunk. Ihn schlägt seine Partei als 2. Beigeordneten vor, auch er kann sich über ein großes Vertrauensvotum freuen: einstimmige Wahl.

Und noch ein neuer Beigeordneter: Andreas Mayer. Der Dauner Unternehmer wird, vorgeschlagen von der Fraktion des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV), ebenfalls einstimmig zum 3. Stadtbeigeordneten gewählt.

Der neue Stadtvorstand: Friedhelm Marder (Zweiter von rechts) mit den Beigeordneten Andreas Mayer (links), Johann „Hennes“ Strunk und Manfred Krag (rechts). Foto: TV/Stephan Sartoris

Er nimmt damit den Platz im Stadtvorstand ein, den zuvor Dieter Wilhelm innehatte. Der frühere GVV-Vorsitzende hätte nach eigenem Bekunden gern weitergemacht, aber: „Die Zeit ist reif. Man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist.“

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