Neues Leben in Kelbergs Ortsmitte

Neues Leben in Kelbergs Ortsmitte

Knapp 20 Jahre nach den ersten Überlegungen und mehreren geplatzten Plänen seither, die Ortsmitte von Kelberg neu zu gestalten und zu beleben (siehe Hintergrund), hat die Ortsgemeinde jetzt eine mehr als 3000 Quadratmeter große Fläche im Zentrum an Waldemar Derksen verkauft. Der Kaufmann baut dort einen "Gesundheitspark", in dem unter anderem seine Ehefrau Tanja Derksen als Zahnärztin praktizieren wird.

Kelberg. "Eine klassische Win-win-Situation" nennt Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas den Vertrag, den er tags zuvor mit dem Kaufmann Waldemar Derksen notariell besiegelt hat. "Alle Beteiligten erzielen einen Nutzen, beide Verhandlungspartner respektieren einander und versuchen, die gegenseitigen Interessen zu berücksichtigen", erklärt Jonas. Und er betont: "Das Vorhaben bedeutet einen großen Schritt in der Optimierung und Sicherung der ärztlichen Versorgung sowie in der Belebung und Steigerung der Attraktivität der Ortsmitte von Kelberg."
Aufs Grundstück "geschielt"


"Ja, es passt", sagen auch Waldemar (46) und Tanja (36) Derksen. Das Paar lebt mit Sohn seit 2012 in Kelberg - "wo wir uns wohl und willkommen fühlen", erklären sie. Waldemar Derksen ist Kaufmann mit einer Niederlassung im Technologie- und Gründerzentrum Nerdlen. Tanja Derksen arbeitet im Gesundheitszentrum Heupenmühle seit 2010 als angestellte Zahnärztin, seit 2015 als Inhaberin der Praxis. "Dort können wir uns nicht weiter ausbreiten", räumt sie ein. Und erzählt, dass sie und ihr Mann schon länger immer wieder auf die große Freifläche in Kelbergs Dauner Straße "geschielt" hätten.
Nun ist das Grundstück im Besitz von Waldemar Derksen. Der Bauplan verspricht ein modernes Ensemble auf einer Grundfläche von 750 Quadratmetern mit mehreren unterschiedlich hohen, miteinander verbundenen, lichtdurchfluteten, teils verputzen und teils verklinkerten Gebäudeteilen mit Flachdach. Architektonisch reizvoll wirken auch das Atrium, die Dachterrasse und der 70 Quadratmeter große multifunktionale Wartebereich. Rund 500 Quadratmeter werden für Parkflächen verwendet. Und der weitere Grund und Boden für eine parkähnliche Gestaltung des Außenbereichs. "Wir möchten sowohl außen als auch innen eine besondere Atmosphäre für die Patienten schaffen", erklären Waldemar und Tanja Derksen. Von den insgesamt zwölf Räumen sind sieben für zahnärztliche Behandlungen vorgesehen, zwei weitere übernimmt ein Heilpraktiker.
Schon in Kürze sollen die noch vorhandenen Gebäude - ein ehemaliges Hotel mit Nebengebäuden und ein Wohnhaus - abgerissen werden. Der Baubeginn ist für August oder September geplant. "Wir rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren und möchten möglichst viel mit einheimischen Firmen zusammenarbeiten", sagt Waldemar Derksen.
Extra

In den Jahren 1998/99 ermitteln mehrere Arbeitsgruppen die Stärkung der Ortsmitte und die Bindung von Kaufkraft als wesentliche Aufgaben derOrtsgemeinde (OG) Kelberg. 2000 kauft die OG die Gebäude in der unteren Dauner Straße und lässt sie abreißen mit dem Ziel, dass sich ein Discounter oder ein Seniorenheim dort ansiedelt. 2004 eröffnet Lidl einen Markt im Ortsteil Zermüllen. 2007 eröffnet die Gesellschaft der Katharinenschwestern das Seniorenheim Regina-Protmann-Stift auf dem "Fronfeld" in Kelberg. 2008 kauft die OG weitere Gebäude und Flächen zur Ansiedlung eines Hotels. 2010 ergibt die Analyse eines Marktforschungsunternehmens ein sehr geringes Interesse von Investoren an einem Hotelneubau in Kelberg. 2014/15 legt die OG das Hotelprojekt endgültig zu den Akten und weist ein Neubaugebiet in der Ortsmitte aus. Den Plan, dort auch eine neue Form des betreuten Wohnens zu schaffen, realisiert zurzeit die Gesellschaft der Katharinenschwestern in unmittelbarer Nachbarschaft des Regina-Protmann-Stifts auf dem Fronfeld; die Eröffnung ist für den Sommer 2017 vorgesehen. Im Oktober 2015 weist der Ortsbürgermeister das Ehepaar Derksen auf freie Flächen in Kelberg hin. Im April 2016 stellt Waldemar Derksen eine Kaufanfrage. Im Oktober 2016 beschließt der OG-Rat einstimmig den Verkauf der Fläche an Waldemar Derksen, der das Bauvorhaben mit der Kreisverwaltung Vulkaneifel abstimmt. Am 3. Januar 2017 unterzeichnen der Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas und der Kaufmann Waldemar Derksen den Notarvertrag. bb