Nicht alles eitel Sonnenschein im Feriendorf

Ein halbes Jahrhundert besteht das Feriendorf Dronkehof oberhalb der Kreisstadt. Das wurde nun gefeiert. 1960 war das Feriendorf in Deutschland das erste seiner Art. Es kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.

 Idyllisch gelegen: das Feriendorf Dronkehof hoch über Daun. TV-Foto: Helmut Gassen

Idyllisch gelegen: das Feriendorf Dronkehof hoch über Daun. TV-Foto: Helmut Gassen

Daun. (HG) 53 Bungalows stehen heute im Feriendorf. Sie sind inzwischen fast alle in privater Hand. Mit Musik, geselligem Beisammensein und einem Feuerwerk am Abend wurde das Jubiläum "50 Jahre Feriendorf Dronkehof" gefeiert. Die Nutzung der Häuser, von denen einige zu wahren Schmuckstücken ausgebaut wurden, ist unterschiedlich. Manche werden vorwiegend als Wochenendhäuser bewohnt, andere sind zum festen Wohnsitz geworden oder werden als Unterkunft für Feriengäste genutzt.

Alle Hausbesitzer sind in einer Eigentümergemeinschaft aus insgesamt 45 Mitgliedern zusammengeschlossen. Jeder Eigentümer darf den Statuten zufolge sein Haus geringfügig vergrößern. Zäune um die Grundstücke sind allerdings im gesamten Dorf nicht erlaubt. Zudem wurde am 1. Dezember 2006 der Förderverein Dronkehof gegründet, dessen Zweck unter anderem die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Eigentümer ist.

"Es geht uns im Förderverein darum, eine gute Nachbarschaft im Dorf zu bekommen", sagt Theo Schmitz, Vorsitzender des Fördervereins Dronkehof. 1988 kam der Aachener in die Eifel. "Meine Frau und ich freuen uns einfach, hier zu sein in der frischen Luft. Es ist einfach schön hier", sagt er.

Besonders den Holländern gefällt der Ferienpark. Allein zwölf von ihnen haben Häuser hier. Aber auch Menschen aus der Kölner Gegend, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet haben im Dronkehof ihre zweite Heimat gefunden.

Doch eitel Sonnenschein herrscht im Feriendorf nicht. Es gibt Unstimmigkeiten, die aus dem Verhältnis des früheren Besitzers zum Förderverein und der daraus entstandenen Blockbildung einer kleinen Gruppe resultieren. So wurden jüngst in der Eigentümerversammlung mehrheitliche Beschlüsse gefasst, gegen die von der Gegenseite geklagt wird. Auch das Angebot eines runden Tisches, um den Streit beizulegen, lehnte die Gruppe ab. Theo Schmitz ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Unstimmigkeiten regeln lassen.

Das Bungalow-Feriendorf

EXTRA Das Bungalow-Feriendorf wurde 1960 am Stadtrand von Daun errichtet. 52 Bungalows und ein Gemeinschaftshaus für Veranstaltungen wurden auf dem vier Hektar großen Gelände der Gemarkung "Bärenbach" errichtet. "Europa-Camp Ginsterdorf" sollte die Anlage ursprünglich heißen, letztendlich wurde sie jedoch nach dem Eifelverein-Gründer Adolf Dronke "Feriendorf Dronkehof" genannt. Die Siedlung war beliebt, später aber entsprachen die Häuser nicht mehr den anspruchsvolleren Wünschen der Gäste. Von 1989 bis 1997 mietete das Rote Kreuz 30 Gebäude für die Unterbringung von Aussiedlern. 1997 kaufte ein Immobilienunternehmen die gesamte Anlage. Die ersten Häuser wurden saniert und wieder verkauft. Der größte Teil der Häuser, die eine Grundfläche von 37 bis 75 Quadratmeter haben, wurde allerdings unsaniert verkauft und von den neuen Eigentümern in Eigenregie instand gesetzt. (HG)

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