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Urlaub in der Eifel: Ferien meist ohne Einschränkung möglich

Tourismus : Urlauber bleiben der Eifel fern: Von Dinopark bis Feriendorf hoffen alle auf Gäste

Das schwere Hochwasser ist auch für den Tourismus in der Eifel ein herber Rückschlag. Und das längst nicht nur für die unmittelbar vom Unwetter betroffenen Betriebe.

Es lief gut. Sehr gut sogar. Bis zu dem Ereignis vor gut zwei Wochen. „Wir hatten bis zum 14. Juli super Zahlen, sind trotz der Corona-Lage in diesem Jahr auf einen neuen Besucherrekord zugesteuert und wie auf Knopfdruck hat sich auf einmal alles verändert“, sagt Bruno Zwank. Er ist Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH, die unter anderem den Dinosaurierpark Teufelsschlucht betreibt. Der Park im Eifelkreis gehört zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Eifel und blieb aufgrund seiner Lage auf dem Ferschweiler Plateau vom Hochwasser komplett verschont.Trotzdem hat die Unwetterkatastrophe auch im Dinopark ihre Spuren hinterlassen.

„Die Besucherzahlen sind um 50 Prozent eingesackt“, sagt Zwank. Und dieser extreme Rückgang betreffe längst nicht nur den Dinopark und das Naturerlebniszentrum Teufelsschlucht. Die Menschen, die einen Urlaub in der Eifel geplant hätten, seien insgesamt verunsichert, erklärt er. „Die einen haben die Sorge, dass sie in ein gefährdetes Gebiet kommen könnten, und dann gibt es natürlich auch noch viele, die befürchten, dass sie mit ihrem Urlaub in der Eifel den Menschen hier auf den Wecker gehen könnten.“ Dabei sei genau das nicht der Fall, so der Touristiker. Ganz im Gegenteil: „Die Menschen können und sie sollen auch kommen“, sagt Zwank. Schließlich sei der größte Teil der touristischen Betriebe eben nicht betroffen.

Das gilt auch für das Feriendorf Pulvermaar. Die Anlage in Gillenfeld war zwar vom Hochwasser nicht betroffen, bekommt die Auswirkungen aber dennoch zu spüren. Wenn Gäste gebucht haben und nun anrufen, um sich nach der Lage vor Ort zu erkunden, kann Inhaber Frank Fetten die Bedenken schnell aus dem Weg räumen. „Doch meistens haben wir gar nicht die Chance, darauf zu reagieren“, sagt er. Denn ein Großteil der Stornierungen komme per Mail.

„Dabei sollte man doch gerade jetzt aus solidarischen Gründen seine Absage überdenken“, meint Fetten. Zumal es das ja auch noch ein anderes Problem gibt, das durch das Hochwasser und vor allem durch die verstörenden Bilder aus der Region Ahrweiler überlagert worden war, zwischenzeitlich aber genau wieder seine volle Aufmerksamkeit genießt: das Corona-Virus.

Die Inzidenzen steigen seit einigen Wochen wieder überall. Vor allem auch in den benachbarten Niederlanden, die deshalb nun vor wenigen Tagen als Hochinzidenzgebiet eingestuft wurde. Was enorme Folgen für eine Region hat, in der die Nachbarn aus den Niederlanden sehr gerne Urlaub machen. Holländer und Belgier seien in diesem Jahr auf seiner Anlage kaum vertreten, erklärt Fetten. Und das nicht erst seit dem Hochwasser. „Wir haben in diesem Jahr viele Kunden aus den Niederlanden verloren, weil dort die Campingplätze schon viel früher öffnen durften“, erklärt der Campingplatzbetreiber aus Gillenfeld.

„Im Mai und Juni hatten wir keinen einzigen Niederländer hier und bis heute auch noch keinen einzigen Luxemburger“, sagt Fetten. Und zu allem Überfluss noch das bescheidene Wetter. 2021 sei für ihn und viele seiner Kollegen definitiv kein gutes Jahr. „Es ist im Grunde fast alles storniert worden“, sagt auch Werner Arens vom Landhotel am Wenzelbach in Prüm. Sein Hotel hat das Unwetter ebenfalls ohne nennenswerte Schäden überstanden, leidet aber wie große Teile der lokalen Branche unter den Folgen. „Viele Leute bleiben fern, weil sie nicht in den Verruf kommen wollen, Katastrophentouristen zu sein“, meint Arens. Dabei sei diese Sorge völlig unbegründet. Stornierungen aufgrund der Hochwasserereignisse gab es auch in Kucher’s Genuss- und Businesshotel in Darscheid, obwohl der Betrieb selbst davon nicht betroffen war. „Viele Gäste fragen nach und erkundigen sich nach der Lage“, sagt Geschäftsführerin Stefanie Becker. Insgesamt aber bewege sich das Ausmaß der Stornierungen im Rahmen.

„Die Leute sehen die schrecklichen Bilder im Fernsehen und übertragen das dann auf die ganze Eifel“, sagt Thomas Rhätlein vom Tourismusnetzwerk Gesundland Vulkaneifel. Dabei sei der größte Teil der touristischen Infrastruktur nach wie vor intakt. Dem kann sich Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, nur anschließen. Zwar gebe es zum Teil enorme Schäden im Radwegenetz, räumt Schäfer ein, doch seien die Wanderwege fast alle wieder begehbar.

Wer jetzt in der Eifel Urlaub mache, müsse keineswegs die Befürchtung haben, als Katastrophenurlauber abgestempelt zu werden oder aber in einem Katastrophengebiet Urlaub zu machen, betont auch Schäfer: „Wir freuen uns auf die Gäste“, sagt er. „Und vor allem brauchen wir sie auch wirklich dringend.“