Nicht nur Qualität, sondern auch Außergewöhnliches

Nicht nur Qualität, sondern auch Außergewöhnliches

GUNDERATH. Seit dem 1. Dezember 2005 leitet Boris Ege die Geschicke des CenterParcs Heilbachsee in Gunderath. Mit über 500 000 Übernachtungen und als Arbeitgeber für fast 250 Menschen (Voll- und Teilzeit) ist der CenterParc Heilbachsee ein immens wichtiger Betrieb in der Region.

Natur erkunden, die Umgebung entdecken und Abwechslung ohne Ende zu jeder Jahreszeit: So wirbt der CenterParc Heilbachsee um seine Gäste. Mit rund drei Millionen Gästen im vergangenen Jahr hatten die 20 CenterParcs-Anlagen in Belgien, England, Holland, Frankreich und Deutschland ein gutes Ergebnis erzielt und waren damit Europas Marktführer für Familienkurzurlaub. Der CenterParc Heilbachsee, als einer der kleinsten Parcs der französischen Groupe Pierre & Vacances, steuerte mit rund 150 000 Gästen und mehr als 500 000 Übernachtungen zwar nur einen kleinen Teil dazu bei, trotzdem spielt er als einer vier deutschen CenterParcs eine wichtige Rolle. 1979 wurde der Ferienpark Gunderath gebaut, der später zur Gran Dorado Gruppe gehörte und seit 2001 zu CenterParcs. Rund drei Millionen Gäste nutzten seit 1979 die Eifeler Ferienanlage, die schon mehrfach eine bauliche und konzeptionelle Änderung hinter sich hat. Die schweren Jahre waren ein "Zwischentief"

Neuer Mann an der Spitze ist seit Ende 2005 der 37-jährige Boris Ege, der vorher in Griechenland, Mallorca und Ägypten tätig war und das Amt von Stéphane Hertzog übernommen hat. Die schwierigen Jahre der CenterParcs, als immer mehr Billigfluglinien für wenige Euro Urlaubshungrige in südliche Gefilde oder in die anziehenden Metropolen Europas flogen, sieht Boris Ege als ein Zwischentief von gestern an. "Wir merken, dass diese Phase gestoppt werden konnte und haben einen Aufschwung durch die neue Kampagne ,A State of Happiness' sowie die neue hotelspezifische Struktur, den Anstieg der Konjunktur und weil die Leute einen Urlaub ohne irgendwelche terroristische Gefahr verbringen wollen." Der promovierte Diplom-Betriebswirt mit der Fachrichtung Tourismus möchte "seinen" CenterParc natürlich voranbringen und weiß um die neu gewonnene Attraktivität des Urlaubslands Deutschland, was mittlerweile auch die Konzernleitung erkannt hat. "Deutschland ist ein sehr wichtiger Standort und der größte Wachstumsmarkt für uns, nur leider noch völlig unterbesetzt. Das bedingt, dass wir mehr Parcs in Deutschland haben wollen", erläutert Ege. Zur Zeit werden zwei neue CenterParcs in Frankreich gebaut. Der Centerparc Heilbachsee hat 460 Bungalows, was einer Kapazität von 2300 Betten entspricht. Typische Ferienparkgäste in Gunderath sind jüngere Familien, die eine mittlere bis geringere Einkommensstufe haben. 40 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, etwa 30 Prozent aus Holland, die übrigen aus Belgien und Frankreich. Die Belegungsquote in Gunderath liegt bei rund 70 Prozent im Jahresdurchschnitt. Das größte Pfund, womit der Ferienpark wuchern kann, sind die Kids Factory, der Schwimm- und Wellnessbereich Aqua Mundo und die Eifel selbst. "Der Park liegt in einem wunderschönen Umfeld, das sind für mich die größten Verkaufsargumente", sagt Boris Ege. Nur nutzen die Gäste dies anscheinend nicht richtig, wie der Park-Manager gemerkt hart. "Die meisten bleiben in ihrer Ferienzeit im Park, das Angebot unserer Ausflüge wird tendenziell in den letzten Jahren immer weniger genutzt. Dies ist aber nicht unsere Strategie, denn wir fördern die Kooperation mit der Region." Im Jahr 2006 hat der Ferienpark in Gunderath zwar etwas weniger Gäste als 2005, dies hat aber einen wirtschaftlichen Grund. Ege: "Wir hatten die Anlage zeitweise geschlossen, weil wir Perioden mit einer sehr niedrigen Belegung hatten und es wirtschaftlich sinnvoller war, eine Zeit lang zu schließen." Diese Zeit hat man genutzt, um den Ferienpark zu verbessern. "Es gibt hier noch einiges zu renovieren, wir sind deshalb in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. In vergangenen Jahr haben wir 500 000 Euro zur Unterhaltssicherung verwendet", sagt Ege. Gerade die Zeiten von November bis Februar sind Boris Ege ein Ärgernis. "Wir müssen uns überlegen, wie wir es schaffen, in dieser Zeit eine bessere Belegung zu bekommen." Dieser Umstand hat auch Einfluss auf die Mitarbeiterzahl. "Wir wollen versuchen, die starken Schwankungen durch eine größere Flexibilität bei den Mitarbeitern auszugleichen. Es wird aber kein Tabula rasa hier geben, sondern wir werden nach und nach durch natürliche Fluktuation Vollzeitkräfte durch Teilzeitkräfte ersetzen." Mit neuen Ausbildungskräften möchte Boris Ege auch den Park verjüngen und frische Ideen hineinbringen. "Es ist eine klare Strategie von uns, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. In diesem Jahr schaffen wir zwölf neue Plätze im Service- und Küchenbereich, und ich denke, wir werden auch 2007 mindestens zehn Ausbildungsplätze schaffen." Für den Ferienpark an sich sieht Ege eine gute Zukunft. "Der Park hat viele gute Seiten, aber auch noch Entwicklungspotenzial. Es geht in Zukunft nicht nur um den Preis, sondern um Qualität, ein sicheres Umfeld und das Außergewöhnliche. Das sind für mich die drei wichtigsten Kriterien. Wenn wir uns da richtig aufstellen, haben wir gute Chancen."