Nicht zum Lachen

Wenn Herr Schwickerath sich gemeinsam mit den großen Supermarktketten angesichts der Bemühungen des BDM um einen fairen Milchpreis "vor Lachen auf die Schenkel klopft", tut er mir leid. Den Milchbauern ist das Lachen aufgrund stetig steigender Produktionskosten einerseits und fallender Milchpreise andererseits jedenfalls schon lange vergangen!

Natürlich kann er in einem Kommentar seine Meinung äußern. Die Art seiner Ausführungen halte ich jedoch für niveaulos. Er kritisiert, dass der BDM im Falle von gescheiterten Verhandlungen mit einem Lieferstopp droht, den keiner über mehr als ein paar symbolische Tage leisten könne. Bekanntlich ist der Milchpreis von 2001 bis 2004 um 18 Prozent gesunken. Dies bedeutet umgerechnet, dass die Milchbauern im Jahr 2004 bezogen auf 2001 an 60 Tagen sowieso kein Milchgeld erhalten haben. Da man davon ausgehen kann, dass der Milchpreis bis 2008 nochmals auf 20 bis 22 Cent/Liter gesenkt werden soll, ist es also für den Bauern aus wirtschaftlicher Sicht egal, ob er seine Milch im wahrsten Sinne des Wortes "umsonst" liefert, oder ob er sie im Falle eines Lieferstopps gleich zurückhält. Statt dem Aufruf des BDM zu folgen, hält es Ihr Kommentator für allemal aussichtsreicher, genossenschaftlich organisiert über die Molkereien zu versuchen, einen fairen Milchpreis auszuhandeln. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen doch, dass dieser Weg wohl kaum Erfolg verspricht.Petra Lorsbach, Olzheim

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