1. Region
  2. Vulkaneifel

Nichts Konkretes im Fall Mattes

Nichts Konkretes im Fall Mattes

Auch am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch und früheren Ortsbürgermeister von Dockweiler, Ewald Mattes, versuchte die Verteidigung, die Glaubwürdigkeit der Nebenklägerin zu erschüttern.

Cochem. (bm) Bislang haben im Prozess gegen Bürgermeister Ewald Mattes keine Zeugen konkret bestätigt, dass er eine ehemalige Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung in Kaisersesch sexuell belästigt hat. Auch am dritten Verhandlungstag der Schöffenverhandlung vor dem Amtsgericht in Cochem ließen sich die Zeugen nicht festlegen.

Nur von einem konkreten Vorfall in der Verwaltung habe die Frau ihm etwas gesagt, berichtete der ehemalige Vorgesetzte des Ehemannes der Frau: "Sie hat mir erzählt, dass Mattes sie von hinten an die Brust gefasst hat." Sie habe "auch irgendwas von Dienstreisen erzählt, aber an etwas Genaues kann ich mich nicht erinnern." Wegen des Vorfalls in der Verwaltung habe er ihr geraten, zur Polizei zu gehen. Das habe sie aber abgelehnt, weil sie Angst um ihren Job gehabt habe, erklärte der Zeuge. Er gab zu, dass er mit der Nebenklägerin einige Wochen vor deren Kündigung durch die VG-Verwaltung ein intimes Verhältnis hatte.

Der Hausmeister der Kaisers-escher VG und des TGZ, der nach Aussagen der Nebenklägerin in Kollegengesprächen während der Kaffeepausen von den sexuellen Belästigungen durch den Verwaltungschef gehört habe, ließ diese im Zeugenstand "kalt abblitzen": "Was im Haus gemunkelt wird, geht mich nichts an." Der Mann machte im Übrigen keinen Hehl daraus, dass er auf die Nebenklägerin wohl nicht gut zu sprechen ist. Diese hatte ihn wegen Bedrohung und Nötigung angezeigt und bei Gericht erwirkt, dass er keinen Kontakt zu ihr haben darf. Der 48-Jährige sagte knapp: "Daran halte ich mich."

Aufgrund der Aussage des Ehemannes der Nebenklägerin wurde dessen Tante in den Zeugenstand gerufen. Diese hat 30 Jahre im Vorzimmer der VG-Verwaltung gearbeitet, kurze Zeit auch unter Mattes. Sie sollte bestätigen, das sie zu ihren Neffen gesagt habe: "Wie naiv bist du denn, deine Frau über Nacht auf Dienstreise zu lassen?"

Zwei weitere Zeuginnen machten sich für den Bürgermeister stark. Eine VG-Angestellte schilderte das "aufreizende Verhalten" der Nebenklägerin bei einem Betriebsfest zu Neujahr 2005: "Nicht nur ich habe gesehen, dass sie Mattes angemacht hat." Dieser habe aber kein Interesse gezeigt. Im Gegenteil, im Gespräch habe er gesagt: "Es war ein Fehler, diese Frau einzustellen." Die Verhandlung wird am 3. August fortgesetzt.