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Niemals geht man so ganz

Niemals geht man so ganz

Nach 21 Jahren seelsorgerlichen Dienstes in der Pfarreiengemeinschaft Üdersdorf, Bleckhausen und Niederstadtfeld ist Pastor Horst Comes an Pfingstmontag in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Pensionär kehrt in seinen Geburtsort Landscheid-Burg (Kreis Bernkastel-Wittlich) zurück.

Üdersdorf. (bb) Man kann es rein rechnerisch ausdrücken: sieben Priester am Altar, zwei Dutzend Kommunionkinder in den ersten Bankreihen, mehrere Hundert Gläubige in und vor der Kirche, zwei Kirchenchöre, drei Musikvereine, acht Fahnenabordnungen, schließlich eine nicht enden wollende Menschenschlange Richtung Bürgerhaus. Man kann in die Statistik schauen und nachzählen, wie viel Trauungen, Taufen, Erstkommunion- und Eucharistiefeiern er in 21 Jahren gehalten hat, wie viele Gespräche er geführt, Kranke besucht und Verstorbene auf ihrem letzten Weg begleitet hat. In Pastor Comes' Amtszeit fallen Kirchen- und Kapellenrenovierungen, Orgelanschaffungen und Veränderungen in der Kindergartenstruktur. "Sie hinterlassen viele Spuren"

Doch bei der Verabschiedung stand vor allem die Menschenfreundlichkeit von Horst Comes im Mittelpunkt. "Sie hinterlassen als lieber Mensch und geschätzter Seelsorger unendlich viele Spuren", sagte zu Beginn des Abschiedsgottesdienstes Robert Schneider vom Verwaltungsrat Üdersdorf. "Wir verlieren Sie, aber Sie haben sich Ihren Ruhestand verdient", erklärte er. Horst Comes erinnerte mit Blick auf die Mitwirkung von Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten, Katecheten und Gottesdiensthelfern daran, dass schon viel zur Entlastung der Seelsorger geschehen und Vorsorge für Zeiten mit weniger Priestern getroffen worden sei. Dechant Ludwig Gödert (Daun) hielt Rückschau auf das priesterliche Leben des am 14. Juli 1938 in Landscheid-Burg geborenen Horst Comes, der als Kaplan im Saarland und am Rhein sowie als Pastor an der Ahr und seit Oktober 1987 in der Eifel tätig gewesen sei - "mit Eifer und Hingabe". Er sprach von Comes' erfolgreichen Bemühungen um die Zusammenführung seiner Pfarreien, von seiner Passion für Wallfahrten, Reisen und Zeltlager und von seiner Briefmarkenaktion zugunsten der Afrikamission (der TV berichtete). Die Pfarrsekretärin Bärbel Thönnes schloss in den Dank an ihren "Chef" die Haushälterin Renate Gemein mit ein, die sich in vielfacher Weise in den Pfarreien ehrenamtlich engagiert habe. "Produktiv und kameradschaftlich" sei die Zusammenarbeit mit ihm gewesen, richtete sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Eva Horten an Pastor Comes und gab ihm mit auf den Weg: "Wir sind stolz, dass Sie unser Pastor waren."