1. Region
  2. Vulkaneifel

Nikolauskirche in Daun: Kompromiss für das fehlende Ziffernblatt bahnt sich an

Nikolauskirche in Daun: Kompromiss für das fehlende Ziffernblatt bahnt sich an

Denkmalschützer haben empfohlen, dass am Turm der Nikolauskirche keine Zifferblätter mehr angebracht werden. Das stört viele Dauner, die darauf nicht verzichten möchten.

Mehr und mehr wird sichtbar, wie die Sanierung der Nikolauskirche in Daun voranschreitet. Das Gerüst um den Glockenturm ist mittlerweile weg, und nun ist gut zu sehen, was man nicht mehr sieht: die Zifferblätter auf der Frontseite und auf der linken Seite des Turms. Sie gehörten seit jeher zum Inventar des Gotteshauses, und nicht wenige Dauner möchten auch nicht darauf verzichten. "Es gab etliche Anfragen bei Pfarrer Ludwig Hoffmann wegen der Zifferblätter", berichtet Matthias Brauns, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der katholischen Kirchengemeinde Daun. So hat auch Anwohner Michael Friedrich "mit Bedauern feststellen müssen, dass am Kirchturm die Uhr fehlt", die nach seiner Ansicht aber wieder unbedingt angebracht werden sollte. "Ich bin der Meinung, dass an einen Kirchturm eine Uhr gehört." Auch Klaus Manderscheid meint: "Die Zifferblätter gehören einfach zur Nikolauskirche dazu." Er hat eine besondere Beziehung dazu, denn sein Großvater baute 1886 die Uhr ein, die "bis in die 1980er Jahre ihren Dienst getan hat", erinnert er sich (siehe Info). Tatsache ist, dass die Denkmalpfleger des Bistums den Verzicht auf die Anbringung einer Uhr vorgeschlagen haben. Ob die Kirchengemeinde diese Variante bevorzugt oder mit Blick auf die vielen Forderungen nach einer Uhr sich dagegen ausspricht, ist noch nicht endgültig geklärt.
"Es wird ein Kompromiss diskutiert", sagt Matthias Brauns. "Der könnte so aussehen, dass zumindest ein Zifferblatt über dem Hauptportal angebracht wird."

Seit vergangenem Jahr wird die Nikolauskirche saniert. Seitdem wurden unter anderem die Entwässerungsarbeiten rund um das Kirchenschiff, ein Großteil der Elektro-Arbeiten sowie die Erneuerung der Heizungsanlage erledigt. Genug zu tun also, auch weil es über Jahrzehnte keine Sanierung gegeben hat. "Sehr vieles war noch im Zustand von Ende der 1940er Jahre", sagt Pfarrer Hoffmann.

Die Kirche war bei einem Bombenangriff am 2. Januar 1945 stark beschädigt, nach Kriegsende relativ schnell wieder aufgebaut und am 21. August 1949 geweiht worden. Komplett geschlossen wurde sie wegen der Sanierung aber nicht, denn nach der Aufgabe der Thomas-Morus-Kirche verfügt die katholische Kirchengemeinde Daun nur noch über ein Gotteshaus. Wegen der Sanierung gebe es laut Matthias Brauns in diesem Jahr kein Pfarrfest, das viele Jahre an Fronleichnam rund um die Kirche stattgefunden hat. "Es wäre angesichts der noch laufenden Arbeiten nicht zu vertreten", sagt der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende. Nach der weit fortgeschrittenen Außen- steht noch die Innensanierung an, deren Finanzierung noch gesichert werden muss. Und was die bisherigen Kosten angeht, hat Brauns eine gute Nachricht: "Wir bewegen uns im vorgegebenen Finanzrahmen von 820 000 Euro."

Liebe Leser: Ihre Meinung ist gefragt: Soll an der Nikolauskirche wieder ein Zifferblatt angebracht werden? Oder gar der alte Zustand wieder hergestellt werden? Schreiben Sie uns eine kurze E-Mail (Name und Wohnort bitte nicht vergessen) an eifel-echo@volksfreund.deExtra: BESONDERE BEZIEHUNG ZUR ALTEN KIRCHENUHR

Das derzeitige Bild: Kirche ohne Zifferblatt. TV-Fotos (2); Stephan Sartoris Foto: (e_daun )

"Ich würde mich freuen, wenn ich eines der an der Nikolauskirche angebrachten Zifferblätter kaufen könnte", sagt Klaus Manderscheid. Denn die Uhr, die 1886 von seinem Großvater installiert und vom Männergesangverein Daun finanziert wurde, hatten er und sein Bruder Walter von der Kirchengemeinde gekauft, als sie ausrangiert worden war. "Die Uhr haben wir vor einigen Jahren instand setzen lassen, zusammen mit einem Zifferblatt wäre die Sammlung komplett", sagt der 75-Jährige.