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Noch einmalig im Kreis: Neues Modell für das Leben im Alter in Kelberg

Noch einmalig im Kreis: Neues Modell für das Leben im Alter in Kelberg

In Kelberg wird eine Alternative zum klassischen Pflegeheim geboten. In die Umsetzung des Projekts sind gut zwei Millionen Euro investiert worden und 20 neue Arbeitsplätze entstanden.

Wer wagt, gewinnt: Das war schon vor mehr als zehn Jahren das Motto der Gesellschaft der Katharinenschwestern. Damals war der Orden im Kreis Vulkaneifel noch ausschließlich als Träger des Maria-Hilf-Krankenhauses und des Regina-Protmann-Seniorenhauses in Daun präsent. Aber nach vielen Abwägungen sei man "ein Risiko" eingegangen, erinnert sich Norbert Hermann, Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern. Und zwar mit dem Regina-Protmann-Stift in Kelberg, einer Investition von gut fünf Millionen Euro. Zur Freude der Ortsgemeinde Kelberg, die sich für eine solche Einrichtung eingesetzt und diese dann auch unterstützt hatte, unter anderem dadurch, dass das Grundstück zur Verfügung gestellt wurde. Als 2005 mit dessen Bau begonnen wurde, war nicht absehbar gewesen, ob das Projekt eine positive Entwicklung nehmen würde. Aber in kürzester Zeit waren die 44 Plätze für pflege- und hilfebedürftige Menschen belegt. Vor zehn Jahren wurde das Stift eröffnet, nun hat es Zuwachs bekommen: Die Gesellschaft der Katharinenschwestern hat für rund 2,2 Millionen Euro ein neues Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum Altenpflegeheim gebaut, "finanziert aus eigenen Mitteln", erklärte Geschäftsführer Hermann bei der offiziellen Eröffnung.

Es ist aber keine Erweiterung des Pflegeheims geworden, sondern dahinter steckt ein im Kreis Vulkaneifel noch einmaliges Konzept, mit dem der stetig wachsende Nachfrage nach Seniorenwohnungen mit Pflege bei gleichzeitigem Wunsch nach möglichst individuellem und selbstbestimmtem Leben Rechnung getragen wird.

Unter dem Dach des neuen Hauses in Kelberg kommen gleich mehrere Partner zusammen. Konkret bedeutet das: Auf den beiden Etagen mit je 470 Quadratmetern Fläche eine Praxis für einen Allgemeinmediziner, eine Tagespflege (mit Fahrdienst) für 16 Gäste sowie eine Außenstelle der Caritas-Sozialstation Daun/Kelberg untergebracht. Und eine ambulante betreute Wohngruppe für zwölf Senioren als ein Angebot zwischen der häuslichen und vollstationären Pflege. Weiterer positiver Effekt der Millioninvestition: In der Tagespflege und der Wohngemeinschaft sind 20 neue Arbeitsplätze entstanden.

Eine neue Adresse bekommt demnächst auch Dr. Wolfgang Seubert. Seit 1991 ist der Mediziner in Kelberg tätig. Bis Herbst noch in der Schulstraße, dann zieht er mit seiner Praxis in den Neubau auf dem Fronfeld. Der 57-Jährige freut sich auf die "zeitgemäßen neuen Räume". Mehr Komfort für ihn, sein Praxisteam und die Patienten verspricht er sich vom Umzug. Er denkt aber schon voraus: Mit einer modernen Praxis sieht er bessere Chancen, einen Nachfolger oder Nachfolgerin zu finden.Extra: Gesellschaft der Katharinenschwestern

Die Gesellschaft der Katharinenschwestern mbH mit Sitz in Münster ist nicht nur Trägerin des Regina-Protmann-Stifts in Kelberg, sondern auch des Seniorenhauses Regina Protmann, der Pflegeschulen und des Medizinischen Versorgungszentrums in Daun. Zur GmbH gehört auch das dortige Maria-Hilf-Krankenhaus. Dieses wird zurzeit für zwölf Millionen Euro erweitert und ist mit mehr als 600 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber im Landkreis Vulkaneifel.