Noch ist vielerorts unklar, wo künftig Biomüll abgegeben werden kann

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv Oktober 2019 : Rund 150 Container-Standorte im Kreis Vulkaneifel sind fix

Zum 1. Januar 2020 wird die braue Biotonne durch Sammelbehälter ersetzt, in die die Bürger ihren Biomüll bringen müssen – wenn sie nicht deutlich draufzahlen wollen. Das Ringen um die Aufstellorte dauert an.

Zum Beginn des neuen Jahres müssen sich viele Bürger des Landkreises Vulkaneifel auf Neues einstellen – und längere Wege in Kauf nehmen, um ihren Biomüll zu entsorgen. Denn dann (Stand heute) gibt es die Biotonne nicht mehr, in die 43 Prozent der Bürger des Kreises in den vergangenen 20 Jahren ihre Speisereste und organischen Küchenabfälle geworfen haben. Und die dann im regelmäßigen Rhythmus abgefahren wurde.

Künftig müssen sie, wenn sie den Biomüll nicht in die graue Restmülltonne werfen und dafür deutlich mehr Geld bezahlen wollen, die organischen Küchenabfälle zum nächstgelegenen Sammelcontainer bringen – im Eimerchen oder einer Biomülltüte, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ob zu Fuß oder mit dem Auto, ist ihre Sache – und nicht mehr die der Müllabfuhr. Diese Änderung hat der Kreistag Vulkaneifel Ende 2017 mehrheitlich beschlossen und vor wenigen Wochen nochmals bestätigt.

Für 57 Prozent der Vulkaneifeler, die bislang schon auf die Biomülltonne verzichtet und ihre Bioabfälle auf dem eigenen Komposthaufen im Garten entsorgt haben, bleibt alles beim Alten. Fast. Sie müssen sich „nur“ über eine saftige Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2020 gefasst machen, da sie das System künftig mitfinanzieren müssen. Rund 70 Euro zahlt eine vierköpfige Familie im Jahr drauf.

Damit wird der Umgang mit dem Biomüll in der gesamten Region Trier unter dem Dach des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) vereinheitlicht. Denn: Der Kreis Vulkaneifel war die einzige Gebietskörperschaft innerhalb des ART, in der es die brauen Biomülltonnen für jeden Haushalt (sofern gewünscht) und somit dieses System der Mülltrennung gab. In der Stadt Trier und den Kreisen Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden jahrzehntelang die organischen Küchenabfälle in die Restmülltonne (oder auf den Komposthaufen) geworfen. Erst in jüngsten Zeit ist dort das Trennsystem eingeführt worden (beispielsweise im Eifelkreis seit Anfang 2018) – in Form der Biotüten und Sammelcontainer.

Doch wie funktionieren die Sammelcontainer und das neue System überhaupt, wie steht es um die Containerstandorte, wie um den Gestank rund um die Sammelcontainer aus? Dazu hat der TV den A.R.T. befragt.

Kirsten Kielholtz, Sprecherin des Zweckverbands, sagt: „Eingesetzt werden übliche 770 Liter Behälter mit einer selbstschließenden integrierten braunen Klappe, die den Einwurf von Biotüten ermöglicht. Die große Klappe kann nur durch unsere Mitarbeiter mit einem Spezialschlüssel für die Leerung geöffnet werden.“

Gestank soll dadurch vermieden werden, dass die Container laut Kielholtz „wöchentlich geleert und alle zwei Wochen gereinigt“ werden. „Die Reinigung erfolgt durch Spezialfahrzeuge, die mittels Hochdruckreinigern die Container ausspritzen und das Waschwasser in Tanks am Fahrzeug auffangen.“ Kielholtz meint: „Eine starke Geruchsbelästigung ist daher nicht festzustellen.“ Erfahrungswerte zeigen aber, dass es gerade an heißen Sommertagen rund um die Container sehr wohl heftig stinken kann.

Wo überall im Kreis Vulkaneifel künftig Biosammelcontainer aufgestellt werden, ist noch nicht endgültig festgelegt. Denn letztlich bestimmt jede Gemeinde selbst, wo und wie viele Container in ihrem Ort hinkommen. Die A.R-T.-Sprecherin sagt: „Wir stellen in jeder Gemeinde die dort gewünschte und vom Gemeinderat genehmigte Anzahl an Containern auf.“ Da der ART jedoch nicht über eigenen Grund und Boden in den Gemeinden verfügt, ist er auf die Genehmigung durch die zuständigen Ortsbürgermeister oder Ortsvorsteher angewiesen. Aktuell sind nach Angaben des A.R.T. für den Landkreis Vulkaneifel mit seinen 109 Gemeinden rund 150 Containerstandorte in 80 Gemeinden genehmigt, die Zahlen würden jedoch täglich steigen.

Der Zweckverband empfiehlt, für  100 bis 150 Einwohner einen Container vorzuhalten. Die genehmigten Standplätze werden in den kommenden Wochen bis zum Jahresende bestückt.

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