Noch kein Interessent für Stadthalle in Sicht

Noch kein Interessent für Stadthalle in Sicht

Auch drei Monate nach der Schließung gibt es noch keinen neuen Pächter für die Stadthalle im Rondell. Der Knackpunkt: Die Stadt will die Halle nur gemeinsam mit dem angeschlossenen Restaurant verpachten, das bereits seit rund drei Jahren leer steht.

Gerolstein. "Wir sind derzeit mit drei Bewerbern im Gespräch. Ob es was wird, kann ich jetzt noch nicht sagen." Mit diesen Worten umschreibt Gerolsteins Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) die aktuelle Situation um die Verpachtung des Stadthallen-Komplexes.
Ende September vergangenen Jahres hatte die Stadt der HHS-Veranstaltungs- und Bewirtungsgesellschaft mbH um Klaus-Peter (Piddi) Hens und Kerstin Schüssler zum Jahresende gekündigt - aus zwei Gründen: Erstens erhoffte sie sich dadurch eine Belebung des Veranstaltungsorts. Zweitens ging es um ausstehende finanzielle Forderungen der Stadt.
Um die Karnevalsveranstaltungen nicht zu gefährden und weil die Stadt auch in der Zwischenzeit keinen Nachfolger gefunden hatte, verlängerte sie den Kontrakt bis Ende März. Dann war endgültig Schluss für die HHS. Die hatte seit 2002 die Stadthalle samt Restaurant (bis 2008 geöffnet) unter ihren Fittichen und sich bereits seit 1999 um den Ausschank in der Stadthalle gekümmert.
May weiß, weshalb die Verpachtung so schwierig ist. Er sagt: "Das Restaurant alleine hätten wir schon längst an den Mann gebracht. Das ist gut eingerichtet, liegt zentral und hat eine schöne Terrasse. Das Problem ist: Wir haben für beide Betriebszweige nur eine Küche. Daher werden wir auch nur gemeinsam verpachten."
Eine zweite Küche zu installieren, "würde uns einen fünfstelligen Betrag" kosten, komme demnach nicht infrage, so May. Zu Sanierungsarbeiten, die noch anstehen, ist die Stadt nach Worten von May "aber durchaus bereit".
Die Stadt ist daher auf der Suche nach einem Betreiber, der beides macht. Oder nach zwei Betreibern, die sich zusammenschließen. Inserate im Internet, in regionalen und überregionalen Zeitungen sowie die Kontaktaufnahme zu Brauereien und Getränkehändlern hätten bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es habe zwar Interessenten gegeben, aber niemanden nach den Vorstellungen der Stadt.
Denn, so May: "Was wir unbedingt vermeiden wollen, ist eine Negativwerbung. Also, dass jemand öffnet, nach ein paar Monaten wieder schließt, sich dabei die Taschen vollmacht und die Stadt auf Kosten sitzenbleibt." Daher fordert die Stadt nach Worten des Stadtbürgermeisters eine fünfstellige Kaution. May sagt: "Die fachliche Kompetenz und die Bonität müssen stimmen." Stimmt. Denn nach Auskunft des bisherigen Pächters müssen monatlich rund 1300 Euro Nebenkosten geschultert werden.
May bleibt dennoch zuversichtlich: "Ich behaupte: Wenn das Restaurant sechs Tage die Woche mit ein wenig Geschick betrieben wird, dann braucht es nicht mehr als ein oder zwei gut laufende Veranstaltungen im Rondell, um locker über die Runden zu kommen."
Auch wenn noch kein neuer Pächter gefunden wurde, so wird die Stadthalle dennoch für Veranstaltungen geöffnet.
Das nächste große Event, das Fest der Nationen am Sonntag, 19. Juni, ist in trockenen Tüchern. "So eine tolle Sache unterstützen wir gerne, indem wir die Stadthalle pachtfrei zur Verfügung stellen", sagt der Stadtbürgermeister.

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