Noch keine Entscheidung im Basaltstreit

Noch keine Entscheidung im Basaltstreit

Im Streit um die Erweiterung des Basaltabbaus in Oberbettingen fällt dieses Jahr vermutlich keine Entscheidung. Für den heutigen Samstag laden die Erweiterungsgegner zu einer Wanderung rund um den Steinbruch am Ruderbüsch ein.

Oberbettingen. (mh) "Die meisten Leute können sich gar nicht vorstellen, was es heißt, dass das Abbaugebiet bis 130 Meter an die Häuser heranrückt. Daher wollen wir das vor Augen führen, indem wir das Areal abstecken und mit Flatterband markieren." Das sagt Erich Wassong, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Ruderbüsch".

Ihr gehören aktuell rund zwei Dutzend Mitglieder an, rund 90 Leute haben mittlerweile auf einer Unterschriftenliste ihre Sympathie mit der Arbeit der BI bekundet.

Für den heutigen Samstag (ab 15 Uhr am Sportplatz) lädt die BI zur Wanderung rund um den Vulkankegel Ruderbüsch ein, der im Fall einer Genehmigung dem weiteren Basaltabbau zum Opfer fallen wird. Dadurch würde der Berg, unter dem 1,6 Millionen Tonnen Basalt vermutet werden, als natürlicher Schutz vor Lärm und Staub verschwinden und das Abbaugebiet bis 130 Meter an die ersten Häuser des Dorfes heranrücken (der TV berichtete).

Gegenüber dem TV beklagt die BI die Informationspolitik von Ortsbürgermeister Hans-Jakob Meyer. Wassong sagt: "Ich hatte zwar schon mehrere längere Gespräche mit Herrn Meyer. Aber es heißt immer nur, wir sollen Ruhe bewahren, es wird alles gut. Doch letztlich ist es so, dass wir nicht auf dem Laufenden gehalten werden." Unlängst habe die BI Akteneinsicht gefordert, diese sei aber verwehrt worden.

Aktuell sind es Vermessungsaktivitäten im Wald, die Wassong & Co beunruhigen. Er sagt: "Weshalb werden da bereits Grenzmarkierungen gesetzt, wenn noch gar nicht über die Erweiterung entschieden ist."

Erich Eich aus dem Rathaus in Hillesheim, der sich um das Grundstücksmanagement in der gesamten Verbandsgemeinde kümmert, sagt: "Ich weiß nichts über die Vermessung." Auch Ortsbürgermeister Meyer gibt sich ahnungslos über die Parzellenabsteckung, betont aber: "In Sachen Erweiterung ist noch nichts entscheiden, und es wird wohl auch in diesem Jahr nichts mehr entschieden werden. Wir lassen uns nicht treiben." Derzeit stünden "juristische Überprüfungen" an. Worum es sich dabei genau handelt, wollte er aber nicht sagen. Dafür hält er fest: "Im Moment liegt nur für den Bereich eine Abbaugenehmigung vor, die auch eingezäunt ist." Extra Geschichte des Basaltstreits: 2005 hat die Ortsgemeinde Oberbettingen einen Vertrag mit den Rheinischen Provinzial-Basalt- und Lava-Werken (RPBL) bis 2025 geschlossen. Danach sollten die RPBL 4,5 Millionen Tonnen Basalt abbauen dürfen und im Gegenzug der Gemeinde jährlich bis zu 100 000 Euro Bruchzins zahlen. Das Basaltvorkommen beträgt aber nur 2,2 Millionen Tonnen und ist Mitte 2010 erschöpft. Von einer Erweiterung erwartet die Gemeinde insgesamt bis zu einer Million Euro weitere Bruchzinseinnahmen. Das zusätzliche Basaltvorkommen ist nach Unternehmensangaben in sechs Jahren abgebaut. (mh)

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