Notarzt-Versorgung weiter verbessert

Notarzt-Versorgung weiter verbessert

Die Notarzt-Situation im Kreis ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich besser geworden. Versorgungslücken hat es 2010 nicht gegeben, auch weil mittlerweile Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet rekrutiert werden können.

Daun/Gerolstein. Noch vor wenigen Jahren waren die Probleme mit der Notarztversorgung im Kreis Vulkaneifel groß: Die Krankenhäuser in Daun und Gerolstein waren damals aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Versorgung auf Dauer und rund um die Uhr zu gewährleisten. Rettungsdienstler gingen an die Öffentlichkeit, um auf die Situation hinzuweisen, und im Kreistag wurden Verbesserungsvorschläge diskutiert.

Wie sich die Zeiten ändern: Für das vergangene Jahr ziehen Gerd A. Hommelsen, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Eifel-Mosel-Hunsrück gGmbH, und Udo Horn, Leiter des DRK-Rettungsdiensts, entspannt Bilanz. Die Abmeldequoten sind ihren Angaben nach beim Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun auf 0,8 Prozent (2009: sieben Prozent) und beim St.-Elisabeth-Krankenhaus in Gerolstein auf 3,2 Prozent (2009: fünf Prozent) gesunken. 2008 lagen diese Zahlen noch im zweistelligen Bereich. Im vergangenen Jahr gab es 1624 Notarzt-Einsätze, etwas mehr als 2009 (1535).

Grundsätzlich gilt mittlerweile: Es gibt im Kreis keine Versorgungslücke, denn wenn sich das Dauner Krankenhaus abmeldet, ist ein Notarzt in Gerolstein vertreten und umgekehrt. "Als die Situation bedrohlich war, haben wir uns des Problems angenommen und nach Lösungen gesucht", berichtet Hommelsen, "und das gemeinsam mit den beiden Krankenhäusern, zu denen wir traditionell einen guten Kontakt haben." Wichtig war auch, dass für die Erstellung der Notarzt-Dienstplätze auf mehr Ärzte zurückgegriffen werden konnte. Zum einem gelang es dem DRK, ehemalige Zivildienstleistende, die als Ärzte im Köln-Bonner Raum arbeiten, für Notarztdienste zu gewinnen. Diese wiederum sprachen andere Mediziner an, ob sie für Einsätze in der Eifel bereit wären. Diese "Taktik" war erfolgreich: Die Zahl der Ärzte, die solche Dienste machen wollen, ist deutlich größer geworden.

Notärzte aus ganz Deutschland in der Eifel



Mittlerweile kommen sie aus ganz Deutschland. Hommelsen: "Derzeit kommt ein Arzt aus Stuttgart hierher, um Dienste zu machen." Geholfen hat auch, dass die Bezahlung für solche Dienste über die Jahre deutlich verbessert worden ist. Finanziert wird die Notarztversorgung von den Krankenkassen, abgerechnet über die beiden Krankenhäuser. 25 Euro brutto pro Stunde werden den Notärzten bezahlt. In der Vergangenheit wurde in einigen Regionen mehr bezahlt, und es drohte ein Wettbewerb um Notärzte. "Die Situation hat sich entspannt", freut sich Hommelsen. "Die Bezahlung ist angeglichen worden, die 25 Euro werden in der gesamten Region gezahlt."

Entspannt kann Hommelsen schon jetzt der Bilanz 2011 entgegensehen: Denn die wird nicht er, sondern seine Nachfolgerin Ilse Pazen-Prinz vorstellen. Hommelsen geht am 1. März in den Ruhestand.

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