Nun liegt es am Verwaltungsrat

Eine gemeinsame Empfehlung des Kreistags, wie der Gewinn 2008 der Kreissparkasse verwendet werden soll, kam in der Sitzung am Montag nicht zustande. KSK-Chef Dieter Grau hatte vorgeschlagen, das Geld dem Eigenkapital zuzuführen.

Daun. (sts) Die im Dezember vergangenen Jahres vertagte Entscheidung über eine mögliche Gewinnausschüttung der Kreissparkasse (KSK) an den Kreis stand in der jüngsten Kreistagssitzung wieder auf der Tagesordnung.

Damals hatte die CDU beantragt, Vorstand und Verwaltungsrat der KSK aufzufordern, Gewinne aus 2008 abzuführen. Entschieden wurde aber nicht, stattdessen wurde beschlossen, dass zunächst der KSK-Vorstand über die vorläufige Bilanz 2008 berichten solle. Das tat am Montag Dieter Grau.

Für Herausforderungen gewappnet



Der KSK-Chef erklärte, zwei Faktoren hätten das Geschäftsjahr 2008 geprägt: die Debatte um die Fusion mit der KSK Bitburg-Prüm und die Finanzmarktkrise. "Die Fusionsdiskussion hat unsere Geschäftsentwicklung beeinträchtigt. Danach sind aber alle Kunden zurückgekommen, und wir haben ein überdurchschnittliches Wachstum geschafft", berichtete Grau.

Die KSK-Bilanzsumme ist um 2,5 Prozent gegenüber 2007 auf 814 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn liegt bei rund einer Million Euro.

Grau sagte, die Rezession sei mittlerweile auch bei den gewerblichen KSK-Kunden angekommen. Es bestehe großer Bedarf an Krediten, damit die Firmen liquide bleiben. Er plädierte deshalb dafür, den Gewinn nicht auszuschütten, sondern dem Eigenkapital zuzuführen, was die Kreditflexibilität der Bank stärke: "Damit wären wir für die Herausforde- rungen gewappnet."

Anders als im Dezember war CDU-Fraktionschef Herbert Schneiders sehr zurückhaltend. Mehrfach verwies er darauf, dass letztlich der KSK-Verwaltungsrat entscheide, was mit dem Gewinn geschehe. Die kategorische Forderung wie noch vor wenigen Monaten, Gewinn an den Kreis abzuführen, wiederholte Schneiders nicht. SPD-Fraktionschef Wolfgang Jenssen ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, noch einmal an die gescheiterte Fusion zu erinnern. Es sei bemerkenswert, dass die "CDU-Herren, die die Fusion vorangetrieben haben, auch für den neuen Kreistag kandidieren. Hoffentlich erinnern sich die Bürger bei der Kommunalwahl daran!"

Die FWG-Fraktionsvorsitzende Karin Pinn vermisste bei Graus Ausführungen einen Hinweis auf die bei der insolventen Lehman-Brothers-Bank 2001 gezeichneten Anleihen (nach TV-Informationen in einer Größenordnung von 2,5 Millionen Euro). Sie griff die Bezeichnung von Grau, der das Engagement bei Lehman als "homöopathische Dosis" für die KSK bezeichnet hatte, auf, und fragte: "Wie ist denn die Wirkung dieser Dosis?" "Die Papiere sind kein Problem, sondern eine Chance für uns. Auf jeden Fall belasten sie uns nicht", antwortete der KSK-Chef. Im Januar hatte er berichtet, die KSK habe ein Angebot, ihre Lehman-Anleihen mit Verlust zu verkaufen, abgelehnt. Stattdessen behalte man die Papiere und warte die weitere Entwicklung ab.

SPD, FWG, Grüne und FDP folgten Graus Vorschlag, den Gewinn zur Stärkung des Eigenkapitals zu verwenden. Landrat Heinz Onnertz sagte, jetzt Geld an den Kreis auszuschütten, sei angesichts der Wirtschaftskrise "der allerungünstigste Zeitpunkt" und "nicht zu vertreten". Sein Versuch, die CDU zu einem gemeinsamen Beschluss zu bewegen, dem KSK-Verwaltungsrat zu empfehlen, mit dem Gewinn die Eigenkapital-Decke zu stärken und damit die heimische Wirtschaft zu stärken, schlug fehl. Herbert Schneiders erklärte: "Es gibt keinen Grund, einen Beschluss zu fassen. Die Entscheidung trifft der Verwaltungsrat."