| 20:33 Uhr

Nur ein Annäherungsversuch

Gerolstein/Hillesheim/Mainz „. Die beiden Bürgermeister der Verbandsgemeinden Gerolstein und Hillesheim, Matthias Pauly (CDU) und Heike Bohn (parteilos), haben mit Vertretern des Innenministeriums in Mainz darüber gesprochen, ob eine - bislang abgelehnte - freiwillige Fusion doch noch gelingen kann. Nähergekommen sind sich beide Seiten aber nicht. Mario Hübner

Gerolstein/Hillesheim/Mainz. "Bevor ich an dieser Stelle eine politische Einordnung des Gesprächs im Ministerium vornehme, werde ich erst heute Abend mit der Arbeitsgruppe sprechen, die eigens zu diesem Zweck reaktiviert wird."
Kommunal reform



Mit diesen wenigen Worten kommentierte Gerolsteins Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) am Dienstag die Zusammenkunft im Ministerium in Mainz mit Hillesheims Bürgermeisterin Heike Bohn tags zuvor. Dazu hatte das Land eingeladen, um auszuloten, welche Varianten eines Zusammengehens von Kommunen im Westteil des Kreises Vulkaneifel nach den festgefahrenen Verhandlungen überhaupt noch für die Betroffenen denkbar sind.
Weiterhin merkte Pauly an: "An unserer Haltung hat sich nichts geändert." Und die sieht so aus: Nach den Plänen des Landes war der Bestand der VG Gerolstein zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt. Daher habe es auch kein Muss für Fusionsgespräche gegeben. Wenn es aber von anderer Seite Gesprächsbedarf gebe, "werden wir dieser Bitte auch nachkommen", sagte Paul bereits, als die Einladung aus Mainz kam.
Vor gut einem Monat hatte das Land die Vertreter der beiden Kommunen eingeladen, um als Alternative zur Fusion Hillesheim-Obere Kyll über einen Zusammenschluss Gerolstein-Hillesheim zu sprechen. Und am Rande auch über die Möglichkeiten: Gerolstein, Hillesheim und die Obere Kyll oder Teile der Oberen Kyll.
Hillesheims Bürgermeisterin Heike Bohn (parteilos) sagte über das Treffen: "Ich bin nicht jubelnd nach Hause gefahren." Auf die Frage, ob es eine Annäherung zwischen Gerolstein und Hillesheim gegeben habe, sagte sie: "Ich habe nichts davon gespürt." Schließlich habe sie sich ja auch an die aktuelle Beschlusslage ihres VG-Rats gehalten. Und die besagt: "Keine Fusionsverhandlungen mit Gerolstein."
Sie sagt aber auch: Das Land habe betont, dass es letztlich Zusammenschlüsse auch gesetzlich durchsetzen werde. Die jetzigen Gespräche dienten aber dazu, eine möglichst breite Akzeptanz hinzubekommen. Bohn sagte: "Es wurde uns signalisiert, dass man durchaus nochmals über Dinge aus der Freiwilligkeitsphase sprechen könne. Dass Rahmenbedingungen neu gesteckt werden könnten." Also Dinge wie Entschuldung oder Hochzeitprämie? "So konkret wurde man dann doch nicht.", so die Bürgermeisterin.
Auch sie wollte noch gestern Abend die Ergebnisse des Gesprächs in der Lenkungsgruppe diskutieren, die im Rahmen der bisherigen Fusionsverhandlungen gebildet worden war. Und da herrscht damals wie heute Ablehnung vor.
Bohn sagt in Erinnerung an die damaligen Gespräche: "Es gibt bei uns einige, die in einem Zusammengehen mit Gerolstein eine Juniorpartnerschaft mit Nachteilen für die VG Hillesheim sehen. Die größte Befürchtung ist, dass unsere Realschule plus leiden könnte, da es in Gerolstein ein ähnliches Angebot gibt. Aber auch den Verwaltungssitz Hillesheim sehen einige bedroht."