"Nur" Einbrecher

GILLENFELD/WITTLICH. Obwohl die Gillenfelder Einbrecher nicht gefasst sind, ist die Polizei zuversichtlich: Denn die Täter haben bei ihrer Flucht Gegenstände und Spuren im Auto hinterlassen – darunter zwei Jacken, die vom Landeskriminalamt (LKA) untersucht werden. Den Einbruch tags drauf in die gleiche Kneipe haben laut Polizei Nachahmer verübt.

Nach wie vor hat die Polizei keinen der drei Einbrecher gefasst, die in der Nacht auf Dienstag ein Elektrogeschäft und eine Kneipe in Gillenfeld ausgeräumt haben und spektakulär geflüchtet sind - mit dem Auto bis Mehren und zu Fuß weiter (der TV berichtete). Dafür aber haben die Beamten neue Erkenntnisse. So sind sie davon überzeugt, dass der Einbruch in die gleiche Gaststätte in der Nacht darauf auf andere Täter zurückgeht. Nobert Müller, Leiter der Kriminalinspektion Wittlich, sagte dem TV: "Am ersten Tag waren Leute am Werk, die so etwas nicht zum ersten Mal gemacht haben, am zweiten Tag war keine Struktur zu erkennen, und es wurde auch nichts entwendet. Auch widerspricht es aller kriminalistischen Erfahrung, dass jemand, der auf frischer Tat ertappt wird, tags drauf erneut einsteigt. So dreiste Vögel habe ich noch nicht erlebt." Die Polizei hat aber Hoffnung, das Trio rasch zu schnappen, weil ihnen bei ihrer überstürzten Flucht Fehler unterlaufen sind. "Wir haben neben Spuren auch Gegenstände im Fluchtauto sichergestellt, die von den Tätern sind - unter anderem zwei Jacken", berichtet Müller. Dabei handelt es sich um anthrazitfarbene Funktionsjacken mit neon-orangefarbenen Längsstreifen an den Armen, einem gleichfarbigem Symbol in Schulterhöhe auf dem Rücken sowie dunkelrotem Futter. DNA-Analysen, die das LKA derzeit unternehme, sollen weitere Erkenntnisse bringen. Klar ist auch, dass die Einbrecher auf dem Weg von Immerath (wo sie Dauner Nummernschilder entwendeten) nach Gillenfeld Kleidungsstücke und Werkzeug des Fahrzeughalters aus dem Audi 100 geschmissen haben, der zuvor in Euskirchen gestohlen wurde. Auch gehen die Beamten davon aus, dass die beiden weiteren Autos, die in der Tatnacht in Ulmen und Meiserich gestohlen wurden, auf das Konto der Flüchtigen gehen: ein älterer weißer BMW und ein älterer blauer Ford Fiesta. Müller meint: "Wir vermuten, dass die Täter entlang der Autobahn geflüchtet sind." Darauf angesprochen, dass das Trio flüchten konnte, obwohl ein Streifenwagen mit zwei Beamten ihnen dicht auf den Fersen war, ja das Fluchtauto gar an einer Seite zugeparkt hatte, um das Türmen zu erschweren, sagte Müller: "Es waren - in Anführungszeichen - nur Einbrecher, da hat die Verhältnismäßigkeit den Einsatz der Waffe verboten." Selbst Androhen dürfe man nur, wenn man die Waffe auch benutzen dürfe, sagte Müller. Zudem rechtfertigte er das Vorgehen damit, dass die "Kommunikation mit den nachrückenden Einsatzkräften gewährleistet bleiben musste". Zehn Minuten später seien zehn weitere Kollegen, eine halbe Stunde später der Hubschrauber da gewesen. Die Täter sind vermutlich zwischen 20 und 30 Jahre alt. Hinweise an die Kriminalinspektion Wittlich, Telefon 06571/9500-0, und die Polizeiinspektion Daun, Telefon 06592/9626-0.

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