Nur Schnee kann Fertigstellung stoppen

Üxheim · Endspurt eines Kraftakts: Die Kirche in Üxheim erhält teilweise eine neue Dachkonstruktion sowie eine neue Eindeckung. Die Kosten belaufen sich auf rund 150 000 Euro, 60 000 Euro davon steuert die Kirchengemeinde bei.

 Das Dach der Kirche in Üxheim wird saniert. Dabei kommt es immer wieder zu Verzögerungen. TV-Foto: Mario Hübner

Das Dach der Kirche in Üxheim wird saniert. Dabei kommt es immer wieder zu Verzögerungen. TV-Foto: Mario Hübner

Die Sanierung des Dachs der 1835 bis 1837 erbauten Kirche Maria Himmelfahrt Üxheim war voller Unwägbarkeiten, Überraschungen und demnach auch Verzögerungen. Zuletzt durch den Wintereinbruch. Dennoch soll das Vorhaben noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Erwin Hermes kann viele Geschichten rund um die jetzt zu Ende gehende Kirchensanierung erzählen, die ihm so manche schlaflose Nacht bereitet hat. Er ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde Üxheim und somit eng vertraut mit dem Bauvorhaben, das ihn und seine Mitstreiter in diesem Jahr öfter überrascht hat. Er berichtet: "2008 hat alles angefangen: Da war unser Hausmeister auf dem Speicher und hat Holzmehl gefunden. Eine Architektin des Bistums hat daraufhin festgestellt, dass die eine Hälfte des Dachstuhls komplett vom Holzwurm befallen ist und ausgetauscht werden muss. Auf der anderen Seite konnten die Balken und Latten zum Glück noch abgehobelt und mit Holzlasur behandelt werden."

Doch damit nicht genug. Im Lauf der Arbeiten habe die Architektin dann eine weitere Entdeckung auf dem Dachboden gemacht: Fledermauskot. "Das bedeutete: sofortiger Baustopp", erinnert sich Hermes. Die Arbeiten wurden bis Ende August ausgesetzt - bis der Nachwuchs flügge war und den Nistplatz verlassen hat.

"Das hat uns einen großen Strich durch unsere Zeitplanung gemacht. Aber es hilft ja nichts", sagt der Verwaltungsratsvorsitzende und nimmt es mit Humor: "Über den Handel habe ich viel über den Holzbau und den Naturschutz gelernt."

Arbeiten sollen noch dieses Jahr beendet werden



Doch wer glaubte, dass damit die Arbeiten planmäßig zu Ende geführt werden konnten, irrte. "Ein Dachgutachter hat dann noch festgestellt, dass auch die Schiefereindeckung auf der Seite in Richtung Ahütte marode ist, und zu guter Letzt musste auch noch ein Strommast auf dem Dach versetzt werden", sagt Hermes. Und nun der Wintereinbruch.

"Wir wollten eigentlich schon längst fertig sein, hoffen aber inständig, dass es trotz des Wetters noch in diesem Jahr klappt", sagt Hermes. Die Dachdecker wollten, so sei ihm zugesichert worden, auf jeden Fall weiterarbeiten - falls es nicht noch Unmengen von Schnee gibt.

Für die Kirchengemeinde ist das Vorhaben ein enormer Kraftakt. 90 000 Euro der veranschlagten 150 000 Euro Gesamtkosten übernimmt das Bistum, 60 000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen. "Davon wollen wir die eine Hälfte von den Rücklagen entnehmen, die andere über Spenden zusammenbekommen. 24 000 Euro haben wir bereits gesammelt", sagt Hermes stolz. Dafür haben sich viele Mitglieder der Kirchengemeinde das ganze Jahr über "tolle Aktionen" einfallen lassen.

Unlängst wurde ein großes Konzert mit befreundeten Vereinen veranstaltet, Turmbesteigungen gegen Entgelt angeboten oder aber das Pfarrfest in den Dienst der Sache gestellt.

Und dennoch sagt der Verwaltungsratsvorsitzende: "Den Holzwurm konnten wir eigentlich gar nicht brauchen, denn wir haben erst vor sechs Jahren 50 000 Euro für den Austausch der Bronzeglocken ausgegeben - ohne Zuschuss."