Nur zwei Bäume auf dem Viehmarktplatz werden fallen

Nur zwei Bäume auf dem Viehmarktplatz werden fallen

Trotz kontroverser Diskussion: Der Stadtrat Hillesheim hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, so weit als möglich alle Bäume auf dem Viehmarktplatz zu erhalten. Für Begutachtung und Sanierung hat er einen Auftrag über 8000 Euro vergeben. Gefällt werden, wie vom Experten empfohlen, zwei kranke Kastanien auf dem Viehmarktplatz sowie eine Esche am Mühlendamm.

Hillesheim. Der Verlauf der Diskussion im Stadtrat Hillesheim hätte auch eine ganz andere Entscheidung für möglich erscheinen lassen - nämlich die Fällung aller oder fast aller Bäume auf dem Viehmarktplatz. Doch dazu kam es nicht. Vielmehr beschloss der Rat, dem Vorschlag des beauftragten Gutachters zu folgen und die Bäume auf dem Viehmarktplatz aufwendig zu sanieren - unter anderen sollen die Bäume gestutzt und einige Kronen mit Stahlseilen fixiert werden. Lediglich zwei Kastanien auf dem traditionsreichen Platz sowie eine Esche am Mühlendamm werden gefällt. Das soll schon bald passieren.
Für eine generelle Abholzung wollte dann doch niemand den Kopf hinhalten. Allen voran Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) nicht. Er sagte: "Wir können das machen, dann gibt es hier aber Rabatz. Und ich bin dann sicher erst mal in Urlaub."
Vor allem der Umstand, dass in regelmäßigen Abständen Äste von den Kastanienbäumen abbrechen und Totholz herausgeschnitten und auch schon Bäume gefällt werden mussten, sorgte für Diskussionen. So fragte Theo Valerius (FWG): "Wie lange haben wir denn Ruhe, wenn wir jetzt die Bäume sanieren lassen?" Die Antwort, dass die Bäume jährlich untersucht und die Stahlseile regelmäßig nachjustiert werden müssten, sorgte ebenso für Verdruss wie die Aussage von Bauamtsmitarbeiter Manfred Widua: "Das ist ein Groschengrab."
Daraufhin sagte Beigeordneter Hans-Walter Blankenheim (FWG): "Es macht doch keinen Sinn, die Bäume jetzt für viel Geld zu sanieren, wenn sie in drei bis fünf Jahren dann doch kaputtgehen. Da sollten wir sie doch besser direkt abschneiden."
In die gleiche Kerbe schlug Stephan Hoffmann (CDU): "Wenn ich zu Hause ein marodes Dach habe, flicke ich auch nicht jedes Jahr zwei, drei Ziegel, sondern mache das ganze Dach neu. Warum schneiden wir nicht alle Bäume ab und pflanzen neu?"
Auch Christoph Bröhl (FWG) meinte: "Wir sollten lieber drei, vier attraktive und gesunde Bäume stehen lassen und alle anderen durch Neuanpflanzungen ersetzen. Das wäre auch schon ein erster Schritt in Richtung der seit Jahren geplanten Neugestaltung des Platzes."
Da es sich aber, wie Widua richtig feststellte, um ein "ganz heißes Thema" handelt, beschloss der Stadtrat trotz aller Bedenken die aufwendige Sanierung. Sie schlägt mit 6500 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für das Gutachten in Höhe von 1500 Euro. "Aber nur wenn wir das so machen, sind wir auch unserer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen und sind sicher vor Schadensersatzansprüchen, wenn doch mal was runterkommt", sagte Stadtbürgermeister Stein. Dennoch ließ auch er durchblicken, dass dies die letzte große Baumsanierung auf dem Viehmarktplatz sei. Er sagte: "Wenn es in einigen Jahren nochmals Probleme gibt, machen wir die Bäume alle ab."
Nachdem klar wurde, dass die Stadt die Bäume genauer in Augenschein nimmt, haben engagierte Bürger 180 Unterschriften für den Erhalt der Bäume gesammelt und der Stadt überreicht.Meinung

Erfolgreicher Bürgerprotest
Der Umstand, dass die alten Kastanienbäume auf dem Viehmarktplatz nochmals aufwendig saniert werden, ist das Verdienst der Bürger, die für deren Erhalt gekämpft haben. Denn ohne den Protest und die Unterschriftenliste hätte der Stadtrat diesmal vermutlich entschieden, die Bäume komplett zu fällen, um nicht weiter Jahr für Jahr Geld in die Pflege und den Erhalt stecken zu müssen. Ohne wirklich triftigen und nachvollziehbaren Grund traut der Rat sich nicht, die Bäume abzusägen. Trotz der Ankündigung, dass dies die letzte große Sanierungmaßnahme sein wird, dürften die Bäume, sofern sie nicht krank werden und aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, deswegen noch eine Zeit lang stehen bleiben. Denn mit die Umgestaltung des Platzes, die ein Grund wäre, ist wegen des chronischen Geldmangels der Stadt auf Jahre nicht zu rechnen. m.huebner@volksfreund.de

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