Oberförster wacht von der Burg aus über den Wald

Oberförster wacht von der Burg aus über den Wald

Die heutigen Strukturen der Forstverwaltung sind ab 1794 in der Zeit der französischen Besetzung entstanden. Das erste Forstamt der Vulkaneifel befand sich in der Dauner Burg. Ein Blick in die Geschichte der heimischen Försterei.

Daun/Gerolstein. Die Franzosen haben der Eifel noch weit mehr gebracht als Wörter wie "Trottoir": Sie haben auch den Staatswald eingeführt. Denn nach der Besetzung der Eifel (1794 bis 1815), infolge der französischen Revolution, wurde sämtlicher klösterlicher und feudaler Besitz verstaatlicht (säkularisiert) und anderen Eigentümern zugewiesen. Damit verlor der Trierer Erzbischof und Kurfürst nicht nur seine Ämter, sondern auch seine "churfürstlichen Waldungen" gingen ins Eigentum des französischen Staates über.
Die Ersten im Kreis


So entstand nach französischem Vorbild eine neue Forstorganisation. Diese Grundstrukturen und Organisationsformen wurden nach der Vertreibung der Franzosen vom preußischen Staat übernommen und weiter ausgebaut. Zur Bewirtschaftung des Waldes wurden Oberförstereien eingerichtet. 17 im Regierungsbezirk Trier - und eine davon hatte ihren Sitz in Daun. Die Hauptaufgabe dieser "königlichen Oberförsterei Daun" war die Bewirtschaftung des "königlichen Waldes", der fortan Staatswald war. Dafür verantwortlich war der "Königliche Oberförster", ein Mann mit höchstem Ansehen, vor dem alle großen Respekt hatten. Für den Gemeindewald wurden sogenannte "Kreisförster" bestellt, denen auf Gemeindeebene "Waldwärter" unterstanden. Der ursprüngliche Sitz der Dauner "königlichen Oberförsterei" war das "Amtshaus des Trierer Kurfürsten", bei der Bevölkerung nur "die Burg" genannt, jene "Kellerey", in der auch bereits in den vergangenen Jahrzehnten kurfürstliche Forstbeamte ihren Dienst taten. Die Burg wurde anfänglich vom preußischen Staat an den Kreis Daun verpachtet. Der Forstinspektion Prüm gelang es dann aber, die "Kellerey-Gebäude in Daun" zu erwerben und sie als Dienstwohnung dem jeweiligen Oberförster zu übertragen.
In einer Statistik von 1827 liest sich das dann so: "Dauner Forsthaus auf der Burg ein Hauptgebäude, drei Nebengebäude; geschätzter Wert 2000 Taler; ehemaliges churtrierisches Kellerey-Gebäude, von besonderem geschichtlichem Wert, auf äußerst schönem Basaltfelsen gelegen, wird von dem Oberförster Leonardy von Daun gegen die jährliche Miete von 33 Talern bewohnt." Von nun an diente die Dauner Burg als ununterbrochener Verwaltungssitz und Dienstwohnung der königlichen Oberförsterei. Als es nach dem Ersten Weltkrieg weder einen deutschen König noch Kaiser mehr gab, wurde es zur "Staats-Oberförsterei Daun".
Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wurde erkannt, dass bei den zugenommenen forstlichen Verwaltungsaufgaben die Räumlichkeiten und der Zustand der Burggebäude keineswegs mehr genügen. Pflege, Renovierungs- und Unterhaltungskosten wuchsen unermesslich. So wurden Mitte der 1950er Jahre in der Gartenstraße Daun zwei Forstamtsgebäude neu erbaut, jeweils für die Forstbezirke Daun-Ost und Daun-West. Die "Oberförsterei Dauner Burg" wurde am 24. Januar 1957 vom Land Rheinland-Pfalz an die Stadt Daun für 30 000 DM verkauft.
Heute gehört die Burg einer Privatfamilie, die in den ehemaligen, aber völlig neu gestalteten Räumlichkeiten das Hotel "Kurfürstliches Amtshaus" einrichtete.
Monument für Oberförster Müller



Die meisten Namen der einstigen königlichen Oberförster sind noch bekannt. Viele von ihnen waren adeliger Abstammung (zum Beispiel: Heinrich Günther von Witzleben, der 1852 mit 28 Jahren die Leitung der Oberförsterei übernahm). Andere waren protestantischen Glaubens. So sind zum Glück auch noch einige Grabmäler jener Oberförster auf dem evangelischen Friedhof zu finden, so zum Beispiel das von Wilhelm Müller aus Saarbrücken, der am 9. Oktober 1877 im Gemeindewald Dockweiler an einem Herzschlag verstarb. Der Kreis Daun errichtete ihm aus Dankbarkeit ein Monument, auf dem in liebevoller Kleinarbeit Szenen und Utensilien aus dem Leben eines Försters zu sehen sind. Dicht daneben das des Oberförsters Adolf Minkler, der unerwartet am 23. Juli 1888 im Alter von 48 Jahren verstarb.

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