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Ökologie und Ökonomie beispielhaft verbunden

Ökologie und Ökonomie beispielhaft verbunden

GEROLSTEIN. Das Landesumweltministerium hat die Werke der Verbandsgemeinde Gerolstein für "vorbildliche Leistungen in der Abwasserwirtschaft" ausgezeichnet. Dieser Preis wird nur alle drei Jahre an zwei Gemeinden in Rheinland-Pfalz verliehen.

"Gerolstein hat aus vielen Gründen die Mitbewerber überflügelt", erklärte Ministerialdirigent Werner Theis bei der Preisverleihung im Lissinger Gemeindehaus. Neben der sehr hohen Anschlussquote (98,5 Prozent aller Abwässer gehen an Klärwerke) lobte Theis vor allem die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen. Die Gerolsteiner Werke übernehmen das Abwasser der Gemeinden Kirchweiler, Hinterweiler und Betteldorf aus der Verbandsgemeinde Daun. Im Gegenzug werden die Abwässer der Gemeinde Salm ins Klärwerk nach Wallenborn (VG Daun) geleitet. Als weiteren Pluspunkt wertete Theis die konsequente Bewirtschaftung des Niederschlagswassers. Bürgermeister Matthias Pauly erklärte: "In Neubaugebieten erfolgt die strikte Trennung von Schmutz- und Oberflächenwasser, denn alles Regenwasser, was nicht den Abwasseranlagen zufließt, belastet diese auch nicht." Karl Servatius, kaufmännischer Werkleiter, nannte als Beispiele Sickermulden oder das 400 000 Quadratmeter große Regenrückhaltebecken im Gerolsteiner Gewerbegebiet. Außerdem würde die nächste Lamellen-Feinsiebanlagen am Regenüberlaufbecken in Müllenborn eingebaut. Pauly erklärte, dass in den vergangenen 20 Jahren über 56 Millionen Euro (3,5 Millionen Landeszuschuss, 29 Millionen zinsloses Darlehen) in die Abwasserbeseitigung investiert wurden, auch in modernste Methoden wie Vererdungsanlagen. Nach Birresborn (2001) soll im April 2006 die Vererdungsanlage in Gerolstein offiziell eingeweiht werden. Die hohen Investitionen rechnen sich auch für die Endverbraucher. So waren 1998 für 750 000 Kubikmeter Schmutzwasserentsorgung 177 000 Euro und 2003 für eine Million Kubikmeter Schmutzwasser nur noch 29 000 Euro zu zahlen. Der Vertreter des Umweltministeriums lobt: "In Gerolstein wird in beispielhafter Weise Ökologie und Ökonomie verbunden. Dem kosten- und energiebewussten Umgang stehen Arbeits- und Ausbildungsplätze für sehr gut geschultes Personal gegenüber." Außerdem wäre nicht stur an bewährter Technik festgehalten, sondern auch die Offenheit für innovative Ideen beibehalten worden. Pauly dankte vor allem dem ehemaligen kaufmännischen Werkleiter Karl Seidel, der jetzt im Ruhestand ist, und dem noch amtierenden technischen Werkleiter Wolfgang Bohr, unter deren Regie die Umsetzung der meisten Projekte fiel. Bereits im Jahr 2000 war die Kläranlage in Gerolstein-Lissingen, zusammen mit drei weiteren Kläranlagen im Land, als vorbildlich ausgezeichnet worden. Von 1993 bis 2002 hatte das Umweltministerium den Fokus auf die Kläranlagen gelegt. Seit 2002 vergibt es im Drei-Jahres-Turnus für zwei Werke die Auszeichnung für "vorbildliche Leistungen in der Abwasserwirtschaft". Gerolstein wurde der Preisträger für den nördlichen Landesteil und die Verbandsgemeinde Rülzheim/Herxheim für den südlichen.