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"Ohne die Hilfe der Bürger hätte das Geld nicht gereicht"

"Ohne die Hilfe der Bürger hätte das Geld nicht gereicht"

BLECKHAUSEN. Darauf haben die Bleckhausener Bürger lange gewartet: Der Umbau und die Erweiterung ihres Gemeindehauses ist nach acht Monaten Bauzeit beendet. Am 12. Februar ist feierliche Eröffnung.

Ende gut, alles gut: Das gilt auch für die Sanierung und Erweiterung des mehr als 40 Jahre alten Bleckhausener Gemeindehauses. Mehrere Zuschuss-Anträge waren fehlgeschlagen und mit der Begründung abgelehnt worden, dass die Gemeinde selbst noch genug Geld habe. Doch sich bis "aufs Hemd ausziehen" und keinen finanziellen Spielraum mehr haben, das wollte die Gemeinde auch nicht. Doch ein Bericht im Trierischen Volksfreund und die Geduld lohnten sich. Im April 2005 bekam die Gemeinde die frohe Botschaft vom Land, dass ihr aus dem Investitionsstock 100 000 Euro für die Sanierung zugesprochen werden, mehr als erhofft. Und im April vergangenen Jahres wurde dann mit den Arbeiten begonnen.Besonders viele Rentner haben geholfen

"Die ursprüngliche Planung lag bei 271 000 Euro, aber durch Mehrarbeiten wie die Toilettenerneuerung, Fliesenarbeiten, eine Photovoltaikanlage, neuen Innenputz, Außenanstrich und notwendige Pflasterarbeiten erhöhte sich die Bausumme auf 350 000 Euro", erklärt Ortsbürgermeister Egon Bauer. 200 000 Euro wollte die Gemeinde selbst investieren, dass dies nun bei der Schlussabrechnung trotz der Mehrkosten gelang, war den Bürgern zu verdanken. Bauer: "Der Gemeinderat, Leute aus dem Dorf und besonders viele Rentner haben geholfen. Es sind auch viele Leute gekommen, mit denen man gar nicht gerechnet hat." Der Außenanstrich, Innenputz, Gipsplatten innen, Pflaster- und Holzarbeiten wurden in Eigenleistung der Bürger erbracht. So blieb die Bausumme im Endeffekt bei 300 000 Euro. "Ohne die Hilfe der Bürger wären wir mit Sicherheit nicht mit dieser Summe hingekommen", so Bauer. Allein die Photovoltaik schlug mit 25 000 Euro zu Buche, ergibt aber auf längere Zeit gesehen einen finanziellen Vorteil. "185 Euro bekommen wir pro Monat vom RWE für die Stromeinspeisung. Wenn alles so bleibt, hat sich die Anlage in zehn Jahren amortisiert, und der Vertrag mit dem RWE läuft ja über 20 Jahre", erklärt der Bürgermeister. Trotz einigem Ärger und manchen Kompromissen ist Bauer insgesamt mit dem Verlauf der Bauarbeiten zufrieden: "Man muss sich manchmal nach der Decke strecken, aber insgesamt ist es schon so geworden, wie wir es wollten." 4,80 Meter ist der Raum des Bürgerhauses länger geworden, was 40 Quadratmeter mehr Fläche entspricht. Eine neue geschwungene Außentreppe kann als Fluchtweg genutzt werden. In den Anbau ist auch eine Bühne integriert, die besonders die Vereine nutzen können. Eine verschiebbare Abtrennung im Bürgersaal sorgt für eine Raumteilung bei kleineren Veranstaltungen. "Die ist ihr Geld wirklich wert und sehr stabil", bemerkt Bauer.Alte Planungsfehler wurden korrigiert

Durch eine komplett neue Dachkonstruktion, die den Raum um mehr als zwei Meter erhöht, konnte auch ein Planungsfehler am Dach korrigiert werden, der vor 40 Jahren beim Bau des Hauses unterlaufen war. Und auch die Akustik hat sich durch die Anhebung der Deckenhöhe und Akustikplatten spürbar verbessert. "Das klingt hier jetzt wesentlich besser, das merkt man sofort", erläutert Bürgermeister und Musiker Bauer. Zwei Drittel des Zuschusses von 100 000 Euro hat die Gemeinde schon mit Abschlägen in den Jahren 2004 und 2005 erhalten, der Rest wird in diesem Jahr ausbezahlt. "Wir haben so unser Ziel mit den geplanten Kosten erreicht, und die Gemeinde hat durch den Zuschuss noch Rücklagen für die Zukunft", freut sich der Bürgermeister. Am Sonntag, 12. Februar, wird ab 14 Uhr wird mit der Einsegnung durch Pastor Comes und Unterhaltung durch Kirchenchor und Musikverein die Eröffnung gefeiert.