Ohne Rücksicht auf Verluste

Ohne Rücksicht auf Verluste

Zum Bericht "Eklatanter Fehler beim Streckenkauf" (TV vom 14. Februar) zur Bahnstrecke und dem geplanten Radweg Prüm-Gerolstein erreichte uns folgende Leser-Zuschrift:

Man reibt sich verwundert die Augen ob der massiven Kritik, die Jörg Petry, Geschäftsführer der Vulkan-Eifel-Bahn, auch an seinem Freund und Gönner Matthias Pauly, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, wegen des Kaufs der Bahntrasse übt. Oder ist das ganze nur ein Scheingefecht? Fest steht, dass Pauly sich seinerzeit vehement für den Kauf der Bahntrasse stark gemacht hat mit dem Hauptargument der Verwendung als Radweg. Dabei hat er die vom Gerolsteiner Stadtratsmitglied Gerd Möller, Namensgeber der WG Möller, mehrmals geäußerten Bedenken hinsichtlich der Entwidmung in den Wind geschlagen. Möller hatte damals vorgeschlagen, die Strecke erst zu kaufen, wenn diese durch den Verkäufer Deutsche Bahn entwidmet ist; dies übrigens auch im Hinblick auf eventuelle Altlasten. Und genau diese Entwidmung scheint nun den Radweg zu verhindern.Nach dem Geschehensablauf und dem Verhalten von Matthias Pauly wird mir klar, dass Pauly von Anfang an den Radweg nicht wollte und den Stadtrat sowie die Öffentlichkeit hinterlistig übertölpelt hat. Er hat den Vorschlag von Möller, erst nach Entwidmung zu kaufen, trickreich verhindert. Denn wäre man diesem Vorschlag gefolgt, hätte eine Nutzung als Bahntrasse nicht mehr zur Diskussion gestanden, oder Jörg Petry hätte sich mit der Deutschen Bahn, auf deren Wohlwollen er als Eisenbahnunternehmer vermutlich angewiesen ist, auseinander setzen müssen. Wenn dieses üble Spiel Erfolg hat und das Eisenbahnbundesamt den Entwidmungsantrag ablehnt, dann wird auf Jahre hinaus eine vernünftige Nutzung der ehemaligen Bahntrasse blockiert. Die Stadt wäre gezwungen, entweder vor Gericht eine Entwidmung zu erzwingen oder die Strecke wieder zu verkaufen. Denn der Unterhalt als Bahnstrecke wäre für die Stadt ein finanzielles Fiasko.Bürgermeister Pauly und Jörg Petry scheint das nicht im Geringsten zu interessieren. Sie wollen das kostspielige Hobby, ein Ferkeltaxi nach Prüm fahren zu lassen, ohne Rücksicht auf Verluste und auf Kosten der Steuerzahler durchsetzen. Ewald Wollwert, Gerolstein BAHNSTRECKE