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Ooser Jugend bekommt Dach über dem Kopf

Ooser Jugend bekommt Dach über dem Kopf

Das Gemeindehaus in Gerolstein-Oos, Dorfmittelpunkt und "gute Stube" des 190 Einwohner zählenden Stadtteils, wird aufgemöbelt: Die alte Elektro-Nachtspeicherheizung wird durch eine moderne, verbrauchsärmere Anlage ersetzt, und die Jugend erhält endlich einen warmen und überdachten Treffpunkt: in der ehemaligen Lehrerwohnung im hinteren Teil des Gebäudes.

 Horst Lodde, Ortsvorsteher im Gerolsteiner Stadtteil Oos, vor zwei wichtigen Bildern: dem der Feuerwehr, ohne die im Ort nicht viel geht. Und von der Dorffotoaktion des TV, bei dem der Wunsch nach einen Jugendraum konkret wurde. TV-Foto: Mario Hübner
Horst Lodde, Ortsvorsteher im Gerolsteiner Stadtteil Oos, vor zwei wichtigen Bildern: dem der Feuerwehr, ohne die im Ort nicht viel geht. Und von der Dorffotoaktion des TV, bei dem der Wunsch nach einen Jugendraum konkret wurde. TV-Foto: Mario Hübner Foto: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"

Angefangen hat alles bei der Dorffotoaktion des Trierischen Volksfreunds vor anderthalb Jahren: Auf die Frage, wie ihnen ihr Dorf gefällt und was sie sich am meisten wünschen, haben die Kinder und Jugendlichen des Dorfes einen besonders dringenden Wunsch geäußert: "Wir hätten gerne einen Jugendraum, damit wir uns regelmäßig treffen können." Denn aufs Abhängen an der Bushaltestelle hatten schon damals nur die wenigsten richtig Lust.

Die Dorfspitze um Ortsvorsteher Horst Lodde überlegte daher, wie man der Jugend helfen könne. Schnell fiel der Blick auf die ehemalige Lehrerwohnung mit zwei geräumigen Zimmern im hinteren Teil des Gemeindehauses, die seit Jahren nur noch als Abstellkammer dient und immer mehr herunterkommt.

"Wollten wir die Räume erhalten, musste ohnehin etwas geschehen, bevor Schimmel sich ausbreitete und die Gebäudesubstanz beschädigte", sagt Lodde und berichtet von einem seiner ersten Besuche in der Wohnung. "Plötzlich hat es Krach gemacht und ich bin bis zu den Knien eingebrochen, weil der Holzboden schon total marode war." Also wandte sich die Dorfspitze an die Stadt Gerolstein, die derartige Investitionen genehmigen muss, da sie die Haushaltshoheit hat. Da aber die Ooser nicht die einzigen sind, die bei der Stadt Wünsche anmelden, dauert dies in der Regel. Also haben die Dorfbewohner schon selbst einmal Hand angelegt: Die Kinder und Jugendlichen haben die Tapeten von den Wänden gerissen, die Männer den maroden Holzboden herausgebrochen und dank eines privaten Spenders auch gleich einen neuen Betonboden gegossen. Von den 4500 Euro, die die Stadt bereits im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt hat, ist demnach noch der Großteil da. "Damit kommen wir schon ein gutes Stück weiter", sagt der Ortsvorsteher. Er ist sicher, dass viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt werden können. "Die Eltern fragen schon, wann und wie sie helfen können", berichtet er.

Erst einmal steht aber in puncto Gemeindehaus eine andere wichtige Entscheidung an: Die alte Elektro-Nachtspeicherheizung soll durch eine moderne, verbrauchsärmere Anlage ersetzt werden, die dann auch zusätzlich die Jugendräume beheizen soll. Noch ist in der Stadt aber nicht entschieden worden, ob eine Holzpellets- oder Gasheizung installiert werden soll. Für die Gasheizung werden Kosten von 11 000 Euro plus Kosten für den Tank veranschlagt, für die ökologischere Variante rund 20 000 Euro. "Die Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen", sagt Lodde, der alleine aus Platzgründe die Gasheizung favorisiert. Letztlich werde er sich aber jeder Entscheidung fügen, denn angesichts von "jährlichen Heizkosten über 280 Euro für einen 40 Quadratmeter großen Saal, der beileibe nicht jeden Tag genutzt wird, macht eine Investition hier Sinn".

Er selbst hat auch bereits einen Wunschtermin für die Eröffnung des Jugendraums im Hinterkopf: zur Dorfkirmes am 13. September. Dann ist es nämlich "genau zwei Jahre her, dass die Kinder dem TV ihren Wunsch nach einem Jugendraum geäußert haben, wodurch dann richtig was ins Rollen kam."