Orchester „Eifelphilharmonie“ und Ralf Kramp begeistern mit Lesicals

Kultur : Eifelphilharmonie und Ralf Kramp bringen Erzählung und Musik zusammen

Im Augustiner Kloster in Hillesheim haben das Orchester „Eifelphilharmonie“ und der Autor Ralf Kramp das Lesicals „Madame Odeons wundersamer Kinopalast“ vor ausverkauftem Haus aufgeführt.

Zwei Mal ergreift Christian Hilgers als Vorsitzender der Eifelphilharmonie das Wort bei der Aufführung von „Madame Odeons wundersamer Kinopalast“. Vor Beginn schwärmt er mit Blick in das ausverkaufte Atrium des Hotels Augustiner Kloster: „Was für ein schöner Anblick!“ Und am Ende empfiehlt er den Besuchern, anderen von den Besonderheiten eines „Lesicals“ zu erzählen – „denn es zu erklären, ist nicht ganz einfach“, räumt er ein.

Eine Kombination aus Lesung und Musik, könnte man es nennen. Doch bei dem Spektakel, das die Eifelphilharmonisten unter Leitung von Stefan Kollmann (Schweich) gemeinsam mit dem Autor Ralf Kramp auf die Bühne bringen, geht es um viel mehr. Da wechseln sich Klänge und Worte nicht nur miteinander ab, sie gehen auf eine ganz besondere Weise ineinander über und aufeinander ein. Mal greift etwa die Musik unmittelbar in Ralf Kramps Erzählung von scheppernden Filmrollen-Blechdosen ein, dann setzen die Musiker das Herannähern von 17 Männern auf Kamelen in der Wüste oder eines weißen Hais im Ozean tonal um.

Wer denkt da nicht gleich an Bonanza? Den US-Seriendauerrenner aus den Jahren 1959 bis 1973 kennt fast jeder Zuhörer. Papa Cartwright und seine Söhne Adam, Hoss und Little Jo sind Fernsehgeschichte – die Titelmelodie ist ebenso berühmt wie legendär. Ralf Kramp erzählt von den Vieren während der Melodienbogen des Orchesters Bilder der Ponderosa-Ranch zum Erwachen bringt – man sehnt sich förmlich in die heile Westernwelt und es fällt leicht, in süßen Erinnerungen zu schwelgen.

Dabei sind im Zuschauerraum auch schon mal Herren zu beobachten, die sich ganz versonnen und verzückt offenbar wie auf einem Sattel fühlen und feste ihre unsichtbaren Zügel halten. Herrlich.

Einmal in Stimmung, ist der Schritt in Richtung Winnetou schnell gesetzt. Während Ralf Kramp noch über den edlen, guten Indianer, tapfer und ehrlich, perfekt als Reiter und Schütze, stets für Frieden und Gerechtigkeit kämpfender Häuptling der Apachen, spricht, baut das Orchester zunächst wie aus weiter Ferne, dann immer kraftvoller die „Große Suite über Winnetou“ auf, jenes instrumentale Leitthema der Karl-May-Filme Winnetou Zwei und Drei (1964/65).

Nicht zu vergessen: Pauline! Sie ist in Kramps Erzählung die einzige Zuschauerin in dem wundersamen Kinopalast und gerät nacheinander in die Filmhandlungen hinein.

Unter den 220 Zuschauern der Aufführung in Hillesheim sind Susanne und Ralf Dannert aus Gevenich (Landkreis Cochem-Zell). Dem Trierischen Volksfreund stellen sie sich als Fans der Eifelphilharmonie und von Ralf Kramp vor. „Wir sind immer auf dem Laufenden über die Konzerte und Lesicals“, sagen die beiden, die im Übrigen aus Schweich, dem Heimatort des Dirigenten Stefan Kollmann, stammen und mehrere Musiker persönlich kennen.

„Es war fantastisch“, bringt Rolf Dannert den Abend in Hillesheim auf den Punkt. „Ich war von der Erzählung und der Musik verzaubert“, erklärt Susanne Dannert. Die gespielten Titel kämen den Originalen sehr nah, sagen sie, und die Übergänge von Wort und Ton seien sehr fantasievoll gestaltet worden.

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