Ortsbürgermeister gesucht - schon wieder

Ortsbürgermeister gesucht - schon wieder

Der Nächste, bitte! In einigen Orten in den Verbandsgemeinden Daun und Kelberg sind Bürgermeisterposten vakant. Für die 180-Einwohner-Gemeinde Kaperich hat der Kreis sogar den (hauptamtlichen) Bürgermeister der VG Kelberg, Karl Häfner, mit den Amtsgeschäften betraut.

Strohn/Kirchweiler/Kaperich. Die Hoffnung, dass es mit dem Amtsantritt von Helmut Schäfer als Ortsbürgermeister von Strohn personelle Kontinuität an der Dorfspitze geben würde, hat sich nicht erfüllt. Nach drei Monaten und drei Tagen hat der 57-Jährige sein Amt wieder zur Verfügung gestellt. "Ich bin wohl etwas zu blauäugig an diese Aufgabe herangegangen", räumt Schäfer ein. "Insgesamt waren es viele Kleinigkeiten, die mich haben erkennen lassen: Es passt einfach nicht. Daraus habe ich meine Konsequenz gezogen und bin zurückgetreten."
Der Polizist hatte sich 2014 gleich zwei Mal um die Nachfolge von Alois Pohlen - der 35 Jahre an der Spitze des Dorfs gestanden hatte - beworben. Im ersten Anlauf bei der Kommunalwahl am 25. Mai vergangenen Jahres hatte es für Schäfer noch nicht gereicht, obwohl er damals ohne Gegenkandidaten angetreten war. Zwei Stimmen fehlten ihm zur Wahl als neuer Ortsbürgermeister. Trotzdem war er im November zur erneuten Wahl des Gemeindeoberhaupts angetreten. Die Strohner entschieden sich dann mehrheitlich für den Polizeibeamten. 80,78 Prozent der 432 Wahlberechtigten hatten ihre Stimmen abgegeben, 183 votierten für Schäfer, 152 für Axel Römer, Gemeinderatsmitglied und Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen die Einrichtung einer Deponie in der Strohner Grube. Die Amtsgeschäfte hat nun wieder der 1. Beigeordnete Heinz Martin übernommen. Kein Neuland für ihn, hatte er das doch schon von der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats bis zur Amtseinführung von Helmut Schäfer getan.
Diese Konstellation kann es in Kirchweiler nicht geben, denn dort haben Ortsbürgermeister Reiner Roos und der 1. Beigeordnete Markus Jakobs ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Roos führt "persönliche Gründe" für seinen Schritt an, ins Detail will er auf TV-Anfrage nicht gehen. Der 53 Jahre alte Polizeibeamte war nicht lange im kommunalpolitischen Geschäft. 2014 zog er erstmals in den Gemeinderat ein und trat dann die Nachfolge von Stefan Simon an. Bis auf Weiteres führt Roos die Amtsgeschäfte kommissarisch. Wieder anders gestaltet sich die Situation in Kaperich in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg. Dort waren alle Bemühungen, einen Nachfolger für den langjährigen Ortsbürgermeister Hans-Werner Mendel zu finden, vergeblich - und Beigeordnete gibt es auch nicht.
Vor diesem Hintergrund hat die Kommunalaufsicht des Kreises Vulkaneifel den Bürgermeister der VG Kelberg, Karl Häfner, als sogenannten "Beauftragten" eingesetzt. Er führt die Amtsgeschäfte und hat auch schon Gemeinderatssitzungen geleitet. Dass Häfner die Aufgabe schnell wieder einem neuen Ortsbürgermeister abgeben könnte, ist nicht in Sicht. "Es gibt keine entsprechenden Signale aus dem Ort", sagt Johannes Saxler, Büroleiter der VG-Verwaltung. Ändert sich nichts, könnte diese Konstellation bis zur nächsten Kommunalwahl 2019 andauern.