Pächter investieren in Hotel der Stadt

Pächter investieren in Hotel der Stadt

Luxus in alten Mauern: Die Stadt und die Pächter haben acht Zimmer im stadteigenen Hotel Augustiner-Kloster in Hillesheim für rund 200 000 Euro erneuert. In diesem Jahr will die Pächter-Gesellschaft weiter in die Ausstattung investieren, die ihr gar nicht gehört. Ein Kauf des Gebäudes ist aber vorerst weiter kein Thema.

Hillesheim. "Wenn ein Pächter so viel eigenes Geld in ein Objekt investiert, das ihm gar nicht gehört, dann ist das schon ein außergewöhnliches Zeichen für unsere sehr gute Partnerschaft." Mit diesen Worten beschreibt Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) das jüngste Engagement, das sich die Stadt als Eigentümer und die Hotel Augustiner Kloster GmbH als Pächter im vergangenen Jahr geleistet haben. Insgesamt hat die Erneuerung der acht größten und teuersten Zimmer rund 200 000 Euro gekostet. 140 000 Euro hat der Pächter bezahlt, die Stadt hat die Sanierung der Bäder für rund 60 000 Euro übernommen.
Dabei wurde darauf Wert gelegt, dass der klösterliche Charakter betont wird: durch die Verwendung von Eichenholz, die Verzierung einer Wand als Bruchsteinmauer, große Bilder und das Setzen von purpurroten Akzenten - mal durch eine Sitzauflage, mal durch einen Sessel.
"Was Größe, Schnitt und Ausstattung betrifft, haben diese Premium-Zimmer, die aufwendige Einzelanfertigungen waren, nun Fünf-Sterne-Niveau", sagt Hoteldirektor Christoph Böhnke. Bewusst sei dieser "große Brocken" als erster gewählt worden, "weil wir damit unser Haus auch viel besser bewerben können".
"Planen mittel- bis langfristig"



Die Investition sei "Zeichen dafür, dass wir hier mittel- bis langfristig planen", sagt Böhnke. In diesem Jahr solle der zweite Schritt gemacht werden - sofern es die wirtschaftliche Entwicklung zulässt. Böhnke: "Das war erst der Anfang: Wenn alles gut läuft, planen wir Investitionen im gleichen Umfang". Damit könnten dann rund ein Dutzend Standardzimmer auf den neuesten Stand gebracht werden. Zwar hätten alle Zimmer kurz vor der Wiedereröffnung des Hauses 2007 eine "Softrenovierung" erhalten, so Böhnke, "doch um am Markt bestehen zu können, muss man immer wieder etwas tun - schließlich wollen wir modern und interessant bleiben". Daneben hat die Hotel-Gesellschaft nach eigenem Bekunden bereits 100 000 Euro ins benachbarte Hotel Fasen investiert und es zum Krimi-Hotel umfunktioniert, das sie von einer Privateigentümerin gepachtet hat. Trotz der Investitionen und der Betonung des langfristigen Engagements: Ein Kauf des städtischen Augustiner-Hotels ist für die Pächter noch immer kein Thema. So sagt Böhnke: "So wie es im Moment läuft, ist es gut. Warum sollte man daran etwas ändern?"
Das sieht Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) genauso. Er sagt: "Ich kann mit der jetzigen Situation sehr gut leben. Die Investition ins Haus ist unsere größte und beste Wirtschaftsförderungsmaßnahme, denn sie bringt etliche Kunden und Gäste in die Stadt."
Die Stadt hat laut Stein derzeit noch rund eine Million Euro Verbindlichkeiten in Sachen Hotel. Zudem rechnet sie mit maximal 40 000 Euro Unterhaltungsaufwand pro Jahr, nimmt aber mittlerweile 65 000 Euro Pacht im Jahr ein. Die Pachtzahlungen, die gestaffelt sind, steigen auf bis zu 90 000 Euro im Jahr 2018, wenn der aktuelle Vertrag mit der Hotelgesellschaft ausläuft.
Nach vielen Jahren des Rechtsstreits mit dem damaligen Teileigentümer stand das Hotel Augustiner-Kloster mehrere Jahre leer. Anfang 2006 hatte die Stadt das Hotel wieder alleine in der Hand (Kaufpreis 500 000 Euro), im September 2007 wurde es nach aufwendiger Sanierung (für weitere 2,2 Millionen Euro) verpachtet und wiedereröffnet.
Stein sagt: "Was haben wir davon, wenn wir das Hotel jetzt an irgendjemanden verkaufen, es in fünf Jahren an die Wand gefahren und wieder zu ist. Das hatten wir alles schon, und das brauche ich auch nicht mehr. Dieses Kapitel hat mich mindestens ein Jahr meines Lebens gekostet."
Wer anderes denke, für den organisiere er gerne eine Besichtigungsfahrt. Stein: "Wir können gerne nach Stadtkyll, Kyllburg, Gillenfeld und Gerolstein fahren. Mal sehen, ob dann noch jemand so laut nach einem Verkauf des Hauses schreit", sagt er in Anspielung auf die Schließungen ringsum und die vereinzelten Forderungen im Stadtrat.
"Karneval einmal klassisch" heißt es am Sonntag, 13. Januar, um 11.11 Uhr im Hotel Augustiner-Kloster. Burkhard Sondermeier interpretiert mit seinem sechsköpfigen Orchester Couplets, Chansons und Anekdötchen rund um den Karneval. Tickets im Hotel.