Papier ist geduldig - Müllabfuhr in der Vulkaneifel macht weiter Ärger

Papier ist geduldig - Müllabfuhr in der Vulkaneifel macht weiter Ärger

Die Kartons blieben wieder stehen. Die Altpapierabfuhr im Kreis Vulkaneifel bereitet weiter Ärger. Die Abfallwirtschaft Region Trier will nochmals intervenieren.

Gerolstein Nach dem Ärger über die unleserliche Abfallfibel, die Erhöhung der Müllgebühren um 30 Prozent zu Jahresbeginn und den neben den blauen Tonnen stehen gebliebenen Kartons im Kreis Vulkaneifel (der TV berichtete) hatte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) eine Übergangslösung für Februar angekündigt: So sollten in diesem Monat die losen Papierbündel und Kartons ein letztes Mal abgefahren werden, danach werde nur noch die blaue Tonne geleert.

Daher waren einige TV-Leser aus Gerolstein, die dies zur Kenntnis genommen hatten, umso verärgerter, als sie nach der jüngsten Papiermüllabfuhr nach draußen schauten. Denn da standen sie doch noch da, die neben die blaue Tonne gestellten Kartons.

So meldete sich Michael Reinarz aus Gerolstein verärgert: "Da kündigt die Abfallgesellschaft ART im Volksfreund-Interview großzügig an, die Altpapiermengen im Februar letztmalig in der Form zu entsorgen, dass auch neben die Tonne gestellte Kartons mitgenommen werden, und dann das. Die Kartons wurden wieder stehen gelassen und nicht entsorgt."

Rosemarie Treitges aus Gerolstein wollte die Gunst des Monats nutzen und "einen ziemlich großen und dicken Verpackungskarton, der sich nicht leicht zusammenfalten oder durchschneiden lässt", auf diese Weise entsorgen. Sie schildert: "Da ich aber eine gewissenhafte und verantwortungsvolle Bürgerin bin, habe ich dieses Riesending dann doch irgendwie einmal gefaltet, sodass es zwar in die Tonne passte, aber eben oben rausragte und der Deckel offen stand." Als sie nachmittags nach Hause kam, war zwar die Tonne geleert, doch der große Karton lag noch da.
"Bisher hatte ich mich auch über die unsägliche Abfallfibel und über liegegebliebenes Altpapier im Januar geärgert, dachte mir aber, dass es sicherlich wichtigere Dinge gibt. Aber im Moment bin ich so aufgebracht, dass ich nun schreibe", teilte sie mit und fügte hinzu: "Nach einem Telefonat mit dem A.R.T. in Trier habe ich noch etwas dazugelernt: dass der Deckel der blauen Tonne unbedingt geschlossen sein muss, sonst könne es passieren, dass die Tonne nicht geleert werde." Ihr Tipp: Darauf sollte der TV bei Gelegenheit hinweisen! Das tun wir hiermit.

Und wir kommen einer weiteren Aufforderung nach: der von Marco Christen aus Gerolstein, der uns bereits auf den Müllärger zu Jahresbeginn hingewiesen hatte. Er meint: "Ich möchte Sie bitten, sich der Sache nochmal anzunehmen." Denn auch er war verärgert darüber, dass bei der jüngsten Altpapier-Abholung in Gerolstein, die neben der Tonne abgestellten Karton doch wieder stehen geblieben sind. Er fragt: "Darf hier jeder Müllwerker selbst entscheiden, was er macht?" Das verneint ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel. Er betont, dass exakt die Leistung erbracht werde, die vertraglich vereinbart sei. Und das sei bei der Altpapierabfuhr eben ausschließlich die Leerung der blauen Tonnen.

Dass, anders als angekündigt, die Kartons bei der ersten Abfuhr im Februar stehen geblieben seien, ärgere ihn selbst. Denn eigentlich "waren wir darüber mit dem Sammler im Einvernehmen". Monzel sagt: "Ich werde nochmals mit dem Abfuhrunternehmen sprechen und bitten, dass im Februar im Landkreis Vulkaneifel übergangsweise die neben die Tonne gestellten Kartons und Papierbündel abgefahren werden - sofern es sich um haushaltsübliche Mengen handelt. Aber dann ist Schluss."
KORRESPONDENZ IN SACHEN MüLL

Extra

Der CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder hat sich wegen des erneuten Ärgers um die Altpapierabfuhr in der Vulkaneifel nochmals mit dem ART in Verbindung gesetzt und folgende Antwort erhalten: "Ihr Einverständnis vorausgesetzt, wird der ART den Betroffenen bei Bedarf kostenlos blaue Säcke zusenden, die auch im März noch zusätzlich zur Abfuhr bereitgestellt werden können. Die Säcke können über das Callcenter des A.R.T. unter Rufnummer 0651/9491414 oder /9491 2125 angefordert werden.

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