Pater Sabi George aus Indien verabschiedet sich aus der Eifel

Menschen : Ein Inder in der Eifel

Pater Sabi George kann auf ein Leben mit vielen Stationen zurückblicken. Jetzt verlässt er die Pfarrei Gillenfeld.

Nur noch wenige Tage, dann  heißt es Abschied nehmen von Pater Sabi George aus der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld:   Am 28. Dezember verlässt der beliebte Geistliche  die acht Pfarreien in der Vulkaneifel. Nach einem Festgottesdienst um 17.30 Uhr mit den Kirchenchören Mehren-Demerath und Gillenfeld in der Mehrener Kirche werden sicherlich viele Gläubige dem Kaplan die Hand schütteln – mit besten Wünschen für die Zukunft. Nach der Messe ist ein Empfang im Pfarrheim Mehren geplant. Der Pater stammt aus Indien und kann auf ein Leben mit vielen Stationen zurückblicken, auf denen er manche fremde Kultur kennengelernt hat.

Er stammt aus dem südindischen Bundesstaat Kerala und hat vier Geschwister. George sagt: „In Indien gibt es nur etwa 2,3 Prozent Christen, in Kerala sind es aber 20 Prozent Katholiken.“ Zur Erziehung gehörten Gebete und regelmäßige Kirchenbesuche.

Nach der zehnten Klasse trat er in einen Orden ein und musste eine  neue Sprache lernen. Nächste Station: Für indische Verhältnisse war er nicht so weit weg von seinem Elternhaus, durfte aber nur einmal im Jahr die Familie besuchen. 14 Jahre dauerte sein Studium, wobei er auch Philosophie, Theologie, Mathematik und Informatik studierte. Sein indischer Orden ist seit 1957 auch in Deutschland stationiert, und 120 Ordenspriester wirken in der Bundesrepublik. Er hat insgesamt 3000 Ordensmitglieder auf fünf Kontinenten und in 24 verschiedenen Ländern.

Der Kontakt in die Heimat ist regelmäßig, im Urlaub hält sich der Pater vier Wochen in Indien auf und besucht Eltern, Verwandte, Bekannte und Nachbarn. In Indien gibt es keine Krankenversicherung, deshalb unterstützt er Leidende, und auch für die Schulbildung der Kinder setzt er sich ein.

2016 kam er in Trier zusammen mit indischen Mitbrüdern an. Dann führte sein Weg zu den Steyler Missionaren in St. Augustin, wo er Deutsch lernte. Viel Neues kam auf ihn zu, zurück in Trier stand dann die Führerschein-Prüfung an. Den praktischen Teil absolvierte er unter „erschwerten Bedingungen“: bei Winterglätte in der Eifel.

Der frühere Gillenfelder Pastor Carsten Rupp bereitete ihn auf die Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft vor, gewohnt hat er im Mehrener Pfarrhaus, wo er sich selbst verpflegt.

Was macht dem 43-Jährigen besonders viel Freude in der Eifel? Der Geistliche erklärt: „Die herrliche Landschaft und frische Luft genieße ich, und ein besonderes Hobby habe ich: Kranke und Senioren besuchen, wenn ich die Zeit dazu habe. Die Eifeler sind freundliche und hilfsbereite Menschen.“ Da wäre noch der Unterschied und die Umstellung in der Ernährung. „In Indien hat alles einen etwas anderen Geschmack, Ich vermisse die gewohnten Gewürze. Dafür schmecken die Brathähnchen hier besonders gut.“

Zehn Jahre wird er in Deutschland bleiben, dann kann ihn der Orden zurückrufen. „Ich fühle mich sehr wohl in der Eifel, bin gerne Seelsorger hier und will auch später in Indien fruchtbare Arbeit verrichten. Wenn es in einigen Tagen  ,Auf  Wiedersehen‘ heißt, fällt es sicher schwer“, meint er abschließend. Sein Nachfolger in der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld wird Norbert Reichel.