Pater segnet 108 Pferde und einen Esel

Pater segnet 108 Pferde und einen Esel

Früher stand der Segen für Tiere und Halter im Vordergrund, heute zieht die Steininger Pferdesegnung neben Reitern und Kutschfahrern mit ihren Vierbeinern auch Touristen und Einheimische an. Das Fest selbst hat eine jahrhundertealte Tradition.

Steiningen. 1749 fand, so die Chronik, die erste Pferdesegnung in Steiningen statt. Also eine uralte Tradition, die man heute jedes Jahr zusammen mit der Osterkirmes feiert. Doch am Ostermontag steht nicht die Kirmes im Mittelpunkt, sondern die Tiere, deren Halter von weither, oft sogar stundenlang nach Steiningen geritten kommen, um vor der Dorfkapelle, die dem heiligen Mauritius geweiht ist, den Segen für sich und ihre Tiere zu erbitten.

Beginn der Freiluftsaison



Die 261. Pferdesegnung zog diesmal wieder Pferdehalter aus der ganzen Region an. Für die meisten Pferdebesitzer ist die Segnung in Steiningen ein fester Termin im Jahreskalender und der Beginn der Freiluftsaison. Und die soll - das zeigt die rege Teilnahme - mit dem kirchlichen Segen beginnen.

Aus Dreis-Brück kam Michaela Hamecher mit ihren Kindern Mark und David und den beiden Ponys Ronja und Nico. "Ich kam schon als Kind hierher geritten. Die Pferdesegnung ist für mich Tradition und ein fester Punkt im Jahr, nicht nur aus christlichem Hintergrund", sagte sie.

Ob festlich angezogen, ganz leger oder sogar im Westernlook, die Reiter zeigten sich im vielfältigen Outfit. Auch die Pferde wurden fein heraus geputzt für die Parade durch das Dorf, wo Hunderte von Zuschauern am Straßenrand warteten, sich Pferde wie Halter genau anschauten und Bewertungen abgaben. "Ist das nicht ein schönes Pferd, schau mal" oder "der ist auch jedes Jahr mit dabei", lauteten die Kommentare der Zuschauer.

Die vergangenen zwei Jahre hatte Kaplan Jochen Kohr den Job gemacht, diesmal war wieder Pater Hugo Pöpping als segnender Pastor auf Pferd Max für Tiere und Menschen im Dienst. Und der macht das bekanntlicherweise gerne. "Jetzt zeigt mal, was ihr könnt", rief er den wartenden Reitern zu und gab gut gelaunt wie immer lustige Kommentare bei der Segnung ab.

"In den vergangenen Jahren gab es schon Pferde, die haben Pirouetten hier vor mir gedreht. Ich bin mal gespannt, ob auch der Esel wieder dabei ist", fragte der Pater. Und der Esel war natürlich wieder dabei, wie insgesamt 108 Pferde und zehn Kutschen, die für ihre Teilnahme die begehrte Stallplakette erhielten.