Perspektive für Brache zwischen Bahnhof und Bundesstraße in Daun

Stadtentwicklung : Neue Perspektive für Brache zwischen Bahnhof und Bundesstraße in Daun

Ein Investor mit Dauner Wurzeln nimmt sich des Areals an der Umgehungsstraße unterhalb des Bahnhofs an.

Was geschieht mit dem Gelände unterhalb des Dauner Bahnhofs? Diese Frage hat sich so mancher seit gut einem Jahr gestellt, als das verwilderte Areal an der Umgehungsstraße gerodet wurde. Anschließend wurde die Fläche untersucht, ob sie bebaut werden kann.

Was Voraussetzung dafür war, dass der Vertrag der Stadt als Eigentümerin mit Investor Christoph Slabik zum Tragen kommen würde. Nachdem feststand, dass eine Bebauung möglich ist, wurde der Verkauf an den aus Daun stammenden und in Heidelberg lebenden Slabik vollzogen. Er hat sich in jüngster Vergangenheit in seiner alten Heimat einen Namen gemacht durch die Ansiedlung des Drogerie- und des Baumarkts sowie des Umzugs des Hit-Markts in die Mehrener Straße.

Nun also das Gelände am Bahnhof, an dem vor einigen Jahren bekannte Namen aus der deutschen Verbrauchermarkt-Branche wie Penny und Aldi Interesse bekundet hatten. Für eine Ansiedlung von Penny (der Discounter gehört zur Rewe-Gruppe) hatte der Stadtrat 2006 schon seine Zustimmung erteilt. Als während der Planungen aber klar wurde, dass es nicht bei einem Supermarkt bleiben würde, sondern sich auch Drogerie-, Schuh- und Textil-Filialisten ansiedeln wollten, wurde das Vorhaben gekippt.

Zuletzt stand der Bau einer Autowaschanlage im Raum, allerdings hatte sich der potentielle Betreiber dann doch anders entschieden – auch wegen der 150 000 Euro, die er für eine Linksabbiegespur zum Gelände hätte investieren müssen.

Nun will also wieder Christoph Slabik (Jahrgang 1955) zum Zug kommen. Er hat seine Pläne in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt: Demnach könnten ein Fitness-Studio, eine Indoor-Autowaschstraße, ein Reifen-Fachbetrieb sowie ein Fahrradladen entstehen. Aber alles noch unter Vorbehalt: „Das Ganze gilt es nun zu formen. Es ist alles vage, es sind noch viele Gespräche zu führen“, sagt er im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

Um das Vorhaben bautechnisch zu realisieren, wäre eine Absenkung des Geländes auf Oberkante der Bundesstraße erforderlich. Die zur Bahnhofstraße entstehende Böschung würde mit einer sogenannten Betonspritzwand gesichert. Das zu bebauende Gelände würde ausschließlich über eine Linksabbiegespur von der Umgehungsstraße erreichbar sein.

Vorgesehen ist ein zweigeschossiges Gebäude mit der Fassade zur Umgehungsstraße hin. Sollte sich der Betrieb der Waschstraße nicht realisieren, sind Einzelhandelsnutzungen denkbar. Sämtliche Planungs-, Bau- und Erschließungskosten übernimmt der Investor. Slabik: „Es gibt von der Marktanalyse her eine große Realisierungschance. Aber vor allem sind im Schulterschluss mit den Genehmigungsbehörden noch sehr viele Details zu klären“, gibt sich Slabik betont defensiv.

Für das Gesamtprojekt ist ein Bebauungsplan erforderlich. Dessen Aufstellung hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Stadtbürgermeister Friedhelm Marder drückt jedenfalls schon mal die Daumen, dass Slabik erfolgreich sein wird: „Das wäre auf jeden Fall ein Gewinn für Daun.“