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Perspektive für die Zukunft

Perspektive für die Zukunft

UERSFELD. Während eines siebenwöchigen Aufenthalts im Kilimandscharo-Gebiet im Norden Tansanias hat Anton Lang durch die Konfrontation mit dem Schicksal der unzähligen Aids-Waisen gemeinsam mit einem einheimischen Bergführer den Plan gefasst, ein Kinderdorf zu gründen. Jetzt stellte der pensionierte Grundschullehrer dem TV das Projekt vor.

"It is better to light a candle than to curse the darkness - Es ist besser, eine Kerze anzuzünden als über die Finsternis zu jammern." Diesen Satz entdeckte Anton Lang in der Nähe des Ngorongoro-Kraters als Inschrift auf einem Stein zum Gedenken an Professor Bernhard Grzimek und seinen Sohn Michael ("Die Serengeti darf nicht sterben"). Anton Lang hat sich dieses Wort zu Herzen genommen. "Das Schicksal der Aids-Waisen hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht", sagt der ehemalige Uersfelder Grundschullehrer, der seit 2004 im Ruhestand ist. Allein südlich der Sahel-Zone leben über elf Millionen Waisen. Ihre Eltern starben an Aids. So lasse die mittlere Generation, die eigentlich für den Erhalt der Familie und für die Zukunft der Kinder sorgen müsse, ihre oft noch kleinen Kinder und die alten Eltern zurück. Der hoch verschuldete Staat sei nicht in der Lage, sich um diese Kinder zu kümmern. "Daher brauchen sie dringend Hilfe von außen", betont Lang. In der Stadt Moshi lernte Anton Lang den Bergführer Rosmin Njan kennen. Seit Jahren beherbergt er bis zu 35 Waisenkinder auf seinem gemieteten Anwesen - eine Aufgabe, die wegen seines geringen Einkommens und der einfachen und beengten Wohnverhältnisse kaum zu bewältigen sei. Anton Lang erzählt: "Fünf Kinder schlafen quer in einem Bett oder auf Pappkartons auf dem Boden." Darunter sei auch der 14-jährige Ibrahim, den der Bergführer krank und verängstigt in einem Straßengraben entdeckt und mit nach Hause genommen habe. Seine Eltern seien tot, die Verwandten kümmerten sich nicht um ihn. Gemeinsam mit Rosmin Njan fasste Anton Lang den Entschluss, ein Kinderdorf für Aids-Waisen zu gründen, "damit die Kinder eine Perspektive für die Zukunft haben und in familienähnlichen Strukturen aufgehoben sind." Ein geeignetes Grundstück stehe in dem Ort Kwasadala zur Verfügung, und ein einheimischer Architekt sei schon dabei, die Pläne für die Anlage zu erstellen. Zunächst müsse für Wasser und Elektrizität gesorgt, das Grundstück eingezäunt und mit Obst- und Grenzbäumen bepflanzt werden. Dann soll mit dem Bau der Häuser begonnen werden; in jedem Haus soll Platz für zwölf Kinder, eine Hausmutter und eine Helferin sein. Ställe für Haustiere und ein Nutzgarten gehören ebenso zu dem Konzept. Allerdings sind erhebliche finanzielle Mittel erforderlich, um das Projekt zu realisieren. Unterbringung, Betreuung und Schulbildung für ein Kind kosten im Monat etwa 25 Euro. Um seine Idee unter die Leute zu bringen, steht Anton Lang zu Gesprächen mit Anschauungsmaterial und Videovorführungen zur Verfügung - etwa in Schulen oder vor anderen Gemeinschaften und Interessenten. Die Spender will er über Rundbriefe auf dem laufenden halten. Die Spendengelder kommen ohne Abzug von Verwaltungskosten dem Projekt zugute und sind steuerlich absetzbar. Wer Langs Arbeit unterstützen will, kann auf das Spendenkonto einzahlen: Eine Welt e.V. Mayen, Konto 98004203, KSK Mayen, BLZ 57650010, Stichwort "Aids-Waisen Kinderdorf Kwasadala". Kontakt: Anton Lang, Telefon 02657/1260.