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Peter Bitschene aus Gerolstein geht in Rente

Wissenschaft : Er hinterlässt einen gut bestellten Geo-Acker

Museumsleiter Peter Bitschene  geht  in den Ruhestand.

Begehbare Vulkane, Maare, erstarrte Lavaströme und seltene, oft nur in der Eifel vorhandene Mineralien — es gibt eine Menge erdgeschichtlicher Schätze, die die Vulkaneifel zu bieten hat. Die Idee, die einzigartige geologische Landschaft der Region touristisch zu erschließen, lag nah und wurde in den 1980er Jahren aufgegriffen. Das heutige Angebot umfasst allein in Gerolstein Geo-Themenwege, Geo-Gruppenerlebniswanderungen, Ferien- und Geo-Programme für Kinder und Familien wie den Geo-Acker nahe der Kasselburg.

Vieles davon hat Peter Bitschene als Mitarbeiter der Tourismus- und Wirtschaftsförderung (TW) Gerolsteiner Land realisiert, geplant und angestoßen.

In seine Zeit fällt auch der Wendepunkt in Sachen Naturkundemuseum: Seit 2013 führt er das Museum als Pächter in öffentlich-privater Partnerschaft mit der Stadt. „Als Geschäftsführer, Museumsdirektor, Buchhalter, Hausmeister und Kassenkraft in einer Person“, sagte Bitschene damals. Auch in der Kreisstadt ist er kein Unbekannter. Für einige Zeit war er vom Kreis Vulkaneifel als Träger des Eifelvulkanmuseums als geologischer Berater verpflichtet worden. Reiner Zufall sei es gewesen, 2003 nach Gerolstein zu reisen, sagt der renommierte Vulkanologe. „Na ja, ganz zufällig war ich nicht hier“, schränkt er dann doch ein. „‚Die Vulkaneifel übt auf einen Menschen meines Berufes selbstverständlich große Anziehungskraft aus. Sie ist ein Paradies für Geologen.“
Lange Jahre hatte Bitschene zuvor damit verbracht, die Welt zu bereisen, arbeitete im Rahmen seines Fachgebiets in Südamerika, war Umweltberater in China, später im Ruhrgebiet. „Und ausgerechnet hier, wo mit der Erforschung des vielleicht besterhaltenen Vulkans Deutschlands meine wissenschaftliche Karriere begann, stieß ich im Alter von 50 Jahren auf die Ausschreibung der TW, die nicht nur einen Geologen, sondern gar einen Vulkanologen suchte“, erinnert sich Bitschene. Er bewarb sich kurzerhand und erhielt 2004 den Zuschlag. „Meine Frau Claudia und ich haben eine sehr schöne Zeit in Gerolstein verbracht, ein altes Haus renoviert und wir fühlten uns hier sehr angenommen“, resümiert der 64-jährige. „Seit meiner Studienzeit träumte ich davon, ein Museum zu leiten. Es war die Kür zum Ende meines Berufslebens.“  Nun sei es an der Zeit, in die alte Heimat Heidelberg zurückzukehren und endlich den Ruhestand anzugehen, sagt Peter Bitschene. „Um meine Nachfolge im Naturkundemuseum haben sich zwei sehr kompetente Leute beworben. Die Entscheidung darüber, wer die Stelle übernimmt, obliegt dem Stadtrat.“ Das Museum sei mit  Größe und  Vielfalt bis heute ein einzigartiges Haus geblieben, sagt der Wissenschaftler. „Und nach der Erschließung der Geo-Themenwege und der Einrichtung des Geo-Ackers für Kinder ist meine geologische Arbeit für die TW erledigt.“ Es sei immer am besten, am Höhepunkt seines Schaffens zu gehen, doch sein Fachgebiet werde ihn weiterhin nicht loslassen. „Ich bin auch in Zukunft als weltweiter Fachgutachter und als Berater für die Unesco tätig“, sagt er. Fürs Abschiedsfoto stellt er sich vor seine Lieblingsvitrine im Naturkundemuseum, die teils geschmolzene Sandsteine präsentiert. „Die gibt es nur hier“, sagt Bitschene und holt ein  Exponat dazu. „Damit ist die Vitrine komplett. Das wird mein Vermächtnis.“