Peter Lepper überrascht bei Neujahrsempfang in Daun

Gesellschaft : Emotionen, Applaus und Millionen

Beim Neujahrsempfang der Stadt Daun setzt Unternehmer Peter Lepper mit einer Ankündigung einen Paukenschlag.

Für den US-Amerikaner Andrew Carnegie war die Sache klar: „Wer reich stirbt, stirbt in Schande“, schrieb der Stahlunternehmer im Jahr 1890 in seinem „Evangelium des Reichtums“ – und beschloss, sein Vermögen noch zu Lebzeiten unters Volk zu bringen. Auf dieses Motto berief sich der Dauner Unternehmer Peter Lepper. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der TechniRopa Holding GmbH mit 16 Unternehmen, die an 13 Standorten in Deutschland, Europa und Asien rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt und in Daun ihre Zentrale hat. Beim Neujahrsempfang machte er überraschend auf sehr emotionale Weise und mit teils tränenerstickter Stimme eine Ansage, die Stadtbürgermeister Martin Robrechts Choreografie des Abends für zehn Minuten außer Kraft setzte. Nach der Verleihung des Ehrentellers der Stadt Daun an seine Ehefrau Doris Lepper und Heinz Mengelkoch (siehe Info) war der Unternehmer ans Mikrofon getreten und hatte erklärt, dass er das private Vermögen (laut Lepper 220 Millionen Euro) in eine Stiftung überführt habe. „Davon werden in Zukunft pro Jahr zwischen fünf und zehn Millionen den Einrichtungen und Menschen im Landkreis Vulkaneifel zugutekommen“, kündigte er an. Die mehr als 200 geladenen Gäste erhoben sich  von ihren Plätzen und spendeten lang anhaltenden Beifall.

   Dabei hatte der Neujahrsempfang ohnehin Glanz. Hatten sich doch Vertreter aus kulturellen und kirchlichen Einrichtungen, aus Handel und Gewerbe, von Polizei und Politik, aus dem Gesundheits- und Bildungswesen versammelt, „ohne die ein Leben hier in Daun nicht denkbar und auskömmlich wäre“, wie der Stadtbürgermeister es auf den Punkt brachte. Sorgten doch Thomas Probst, Yvonne Cobau und Ulrich Nonn als Ensemble „Piano & Voice meets Saxophon“ für einen niveauvollen musikalischen Rahmen. Und hatte mit dem Kyllburger Herbert Fandel ein redegewandtes Multitalent die besondere Aufmerksamkeit des Publikums.

   Fandel (53) ist Pianist und Musikschul- und Kulturamtsleiter im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Von 1979 bis 2009 war er Fußballschiedsrichter – von seinem Heimatverein Utscheid bis zur Weltspitze. Aus dieser Zeit stammen die Erfahrungen, von denen er unterhaltsam erzählte. Ein Schiedsrichter treffe in den 90 Minuten Spielzeit rund 300 Entscheidungen, sagte er – „und das ist nichts für Weicheier“. Niederlagen müssten ausgehalten, negative Erfahrungen vernünftig verarbeitet und in positive Energie umgewandelt werden, appellierte er. Ihn habe das Eingestehen von Fehlern am meisten nach vorne gebracht.

Und Honorar? „Ja, aber für einen guten Zweck.“ Und der heißt „Vor-Tour der Hoffnung“ und ist bundesweit die größte Benefiz-Radtour. Sie kommt krebskranken Kindern zugute und macht in diesem Jahr an Kirmesmontag in Daun Station.