1. Region
  2. Vulkaneifel

Pfarreiengemeinschaften bereiten Firmungen vor allem digital vor

Glaube : Firmvorbereitung unter Corona-Bedingungen

Nach jetzigem Stand werden im November in den Pfarreiengemeinschaften (PG) Daun, Gerolsteiner Land, Gillenfeld und Kelberg knapp 200 Jugendliche gefirmt.

Was in den Jahren zuvor regelmäßig für Diskussionsstoff sorgte, ist bei der Firmvorbereitung in diesem Jahr vom Tisch. „Besonders bei dem in unserer Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld üblichen Wochenende der Firmbewerber auf der Marienburg in Zell gab es oft ein zähes Ringen um die Nutzungszeiten der Handys“, erzählt der Gemeindereferent Stefan Becker. Doch was sonst möglichst in den Hintergrund rücken und zeitlich begrenzt werden sollte, ist nun unabdingbar. „Die Vorbereitung auf die Firmung findet fast ausschließlich digital statt“, sagt Becker.

Die Gemeindereferenten Stefan Becker (PG Gillenfeld),  Markus Göbel (PG Daun), Astrid Koster (PG Kelberg) und Anette Weber (PG Gerolsteiner Land) sowie der Pastoralassistent Stefan Godderis (Dekanat Vulkaneifel) haben das Konzept für die Vorbereitung gemeinsam entwickelt.

Als „komplettes Neuland für uns alle“ bezeichnet Stefan Godderis die diesjährige Firmvorbereitung. Dabei spielt die digitale Pinnwand „Padlet“ eine wichtige Rolle – „mit ihrem Potential für die Zusammenarbeit und als Ergebnis- und Ideensammlung“, wie Markus Göbel erklärt. Das sei den Jugendlichen aus den Zeiten des Homeschooling bekannt und vertraut. In wöchentlich neuen Themenblocks sollen sich die Firmbewerber über Fotos, Videos und Texte austauschen und den Weg der Vorbereitung gehen – von der Vorstellungsrunde bis zu Themen wie Gemeinschaft und Versöhnung. „Die Inhalte sind gleich geblieben, die Vermittlung und die Kommunikation sind halt digital“, bringt es Anette Weber auf den Punkt.

Ihre Kelberger Kollegin Astrid Koster räumt ein: „Ein wie sonst übliches großes soziales Projekt ist nicht möglich.“ Daher habe man sich für kleinere Sammelaktionen zugunsten verschiedener Projekte entschieden. Mit dem Appell an die Unterstützung durch die Bevölkerung erklärt sie, dass Briefmarken, Kronkorken und alte Handys in Behältern in den Pfarrkirchen abgegeben werden können.

„Diese Dinge sind keineswegs wertloser Müll“, sagt Koster. So hilft Kolping International durch den Verkauf von Briefmarken Jugendlichen in aller Welt, einen Ausbildungsplatz zu finanzieren und sich so eine eigene Zukunft aufzubauen. In alten Handys stecken wertvolle Metalle; durch den Verkauf finanziert das Hilfswerk Missio Projekte weltweit, unter anderem die Aktion Schutzengel zugunsten von Kindern und Familien in Not. Und aus dem Erlös des Verkaufs von Kronkorken bestreitet der Verein Amebii Ghana die Kosten von Krankenversicherungen für benachteiligte Kinder.

Was an Präsenzveranstaltungen bisher feststeht und den Hygiene- und Abstandsregeln entsprechend durchgeführt werden kann, sind der „Versöhnungsweg“ in Gerolstein, Daun und Kelberg und Jugendgottesdienste in Gerolstein und Gillenfeld.