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Pfarrer wird Land und Leute vermissen

Pfarrer wird Land und Leute vermissen

Nach fast 13 Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld wird Pfarrer Carsten Rupp am 2. Juli verabschiedet. Wo er nach einer Auszeit von drei Monaten seine neue Stelle antritt, weiß er noch nicht.

Gillenfeld "Meine bisherige Erfahrung hat mir gezeigt, dass es dort gut ist, wo ich hingeschickt werde", sagt Pastor Carsten Rupp mit Blick auf seine Kaplanstelle in den Trierer Stadtteilen Euren und Zewen, auf seine Vikarzeit im saarländischen Weiskirchen. Und erst recht auf seine erste Pfarrstelle Gillenfeld mit Brockscheid, Strohn und Strotzbüsch, die der heute 45-Jährige im September 2004 übernommen hatte. Diese Stelle sollte sich früher als ursprünglich vom Bistum geplant schon im Januar 2007 - wegen des plötzlichen Todes von Pater Paul Plutta- um die Pfarreien Darscheid, Demerath, Mehren und Schalkenmehren vergrößern.
"Das Schöne war, dass mit den neuen Aufgaben auch neue Mitarbeiter in die Pfarreiengemeinschaft kamen", erklärt Pfarrer Rupp. Etwa der Gemeindereferent Stefan Becker (seit 2005) oder nacheinander die Kapläne Jochen Kohr, Marco Weber, Oliver Seis und der jetzige Sabi Georges. "Aber auch all die vielen Menschen, die sich in den 23 Dörfern der Pfarreiengemeinschaft ehrenamtlich engagieren", betont Carsten Rupp. "Sie identifizieren sich mit ihren Kapellen und Kirchen, sie investieren, und sie agieren selbstständig." Etwa wenn es um Renovierungen geht - von Udler zu Beginn seiner Amtszeit bis Schönbach zuletzt, auch in Strohn und Strotzbüsch, wo derzeit die Planungen laufen. "Es ist wichtig, zu stärken, was vorhanden ist", meint Pfarrer Rupp. So hätten sich die Pfarrangehörigen an besonderen geistlichen Angeboten in der Fastenzeit und im Advent, an der Lourdesgrotte in Gillenfeld oder in der Kapelle Weinfeld beteiligt und zum Gelingen von Messdienerfahrten, Pfarreienwanderungen und Ehrenamtsfeiern beigetragen. Hätten sich anstecken lassen von den Ideen zur Restaurierung der historischen Voit-Orgel der St. -Andreas-Pfarrkirche in Gillenfeld.
Ohne diese große Unterstützung habe in Gillenfeld nicht der ZDF-Fernsehgottesdienst (2009) so glatt über die Bühne gehen oder - als einer der Höhepunkte in den 13 Jahren - die Primiz von Peter Zillgen (2015) gefeiert werden können, betont der Priester. Nun neigt sich Carsten Rupps Zeit in der Pfarreiengemeinschaft dem Ende zu, am Sonntag, 2. Juli wird er verabschiedet (siehe Info). "Ich werde die Menschen und die Landschaft vermissen", ist er sich sicher. "Das Pfarrhaus war meine Heimat", sagt er. Rund um Gillenfeld zu Fuß unterwegs zu sein und im Pulvermaar zu schwimmen: "Herrlich!", schwärmt er.
Umzugskartons? Fehlanzeige! Gepackt wird erst Ende September, wenn feststeht, wo die nächste Stelle ihn hinführt. Bis dahin nimmt er seinen Jahresurlaub, macht eine Kur und lebt und arbeitet in dem ihm seit Jugendzeit vertrauten Benediktinerkloster Einsiedeln bei Zürich in der Schweiz mit.
Diese dreimonatige so genannte "gestaltete Auszeit" empfiehlt das Bistum Trier seit einigen Jahren seinen Priestern bei einem Stellenwechsel.
"Und danach wird es dort gut sein, wo ich hingeschickt werde", glaubt Carsten Rupp.Extra: FESTHOCHAMT IN ST. ANDREAS


(bb) Die feierliche Verabschiedung von Pastor Carsten Rupp ist am Sonntag, 2. Juli. Um 10.30 Uhr beginnt das Festhochamt in der Pfarrkirche St. Andreas Gillenfeld. Im Anschluss an den Gottesdienst folgt ein Festzug zum Kirmesplatz. Dort werden ab 12 Uhr Mittagessen und ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen angeboten. Hier besteht die Möglichkeit, sich von Pastor Rupp persönlich zu verabschieden.