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Pfarrhaus in Mehren wird zur Arztpraxis umgebaut

Dorfentwicklung : Altes Pfarrhaus in Mehren wird zur Arztpraxis

Damit die Infrastruktur der medizinischen Versorgung weiterhin stimmt, wird das Pfarrhaus in Mehren zur Arztpraxis umgebaut. Schon im nächsten Jahr soll es fertig sein.

Eine hervorragende Verkehrsanbindung, eine gut funktionierende Infrastruktur mit Schule, Kindergarten, Restaurants und Lebensmittelgeschäft zeichnen die Gemeinde Mehren aus. Auch gibt es seit vielen Jahren eine Arztpraxis im Ort – selbstverständlich ist das nicht. Damit auch die medizinische Versorgung, die gerade in ländlichen Gebieten seit langem eine große Herausforderung ist, zukünftig ebenfalls erhalten bleibt, hat die Gemeinde jetzt vorgesorgt.

Zwar ist abzusehen, dass die jetzige Ärztin im Ort, deren derzeitige Praxisräume auch renoviert werden müssten, „ab etwa 2027 sicherlich auch den Ruhestand genießen möchte“, sagt Ortsbürgermeister Erwin Umbach, aber er weiß, dass sie selbst bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich sein werde. Zumindest kann sie sich wahrscheinlich schon im nächsten Jahr auf neue Praxisräume freuen. Und zwar im Pfarrhaus, das seit Februar diesen Jahres leer steht.

„Wir sind sehr froh, dass eine Lösung gefunden wurde“, sagt Umbach, „von unserer Seite ist alles beschlossen“. Auch den Parkplatz, zu erreichen über die Allscheider Straße, hat die Gemeinde für den Praxisbetrieb zur Verfügung gestellt. Von dort aus geht es über eine Treppe hinunter zum Hintereingang des Pfarrhauses, der zukünftig zum Haupteingang werden wird. Eine neu zu errichtende Rampe bis zum Eingang wird es ermöglichen, dass auch Behinderte vom Parkplatz aus den Eingang ebenerdig erreichen können.

Dazu werden die noch bestehende Mauer und ein Carport abgerissen. An dieser Stelle soll auch ein Empfangsbereich und ein Labor gebaut werden. Bäume und Sträucher zwischen Pfarr- und Bürgerhaus werden entfernt. Denn wo sich derzeit das Grün befindet, wird es ein Treppenhaus zum Obergeschoss geben, in dem die Wohnung neu hergerichtet wird.  Außen- und Innentüren seien breit genug, um das unter Denkmalschutz stehende Haus nicht verändern zu müssen, „damit es behindertengerecht und zeitgemäß ist“, sagt der Ortsbürgermeister.

Im Erdgeschoss befinden sich vier große Räume, „die als Behandlungsräume vorgesehen sind“, erzählt Umbach. Sollte einmal ein Krankenwagen vorfahren müssen, kann der direkt an der Vordertür an der Hauptstraße anhalten.

Weitere Details hätte Architekt Roland Thelen erzählen können, doch er wollte bis zur Herausgabe seiner Pressemeldung kurz vor Baubeginn, Anfang oder Mitte August, keine Auskunft geben.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens belaufen sich auf rund 375♦000 Euro, weiß Umbach. Aus dem Leader-Projekt der Europäischen Union fließen 175♦000 Euro. Den Rest von 200♦000 Euro bezahlt die Kirche, denn das Pfarrhaus mitsamt Grundstück gehört dem Bistum. „Auf die Gemeinde kommen keine Kosten zu“, sagt Umbach. Wenn alles glattläuft, kann die Ärztin im Juli 2021 die Räume beziehen, denn bis dahin soll alles fertig sein.