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 Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet Mosbrucher Weiher bei Daun

Natur : Moorschutz ist Klimaschutz

Im Naturschutzgebiet Mosbrucher Weiher werden Pflegearbeiten vorgenommen.

(red) Wie in den Vorjahren nimmt auch in diesem Winter die Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Vulkaneifel im Naturschutzgebiet Mosbrucher Weiher (Verbandsgemeinde Kelberg) zur Pflege und zur Entwicklung des Moorgebiets Freistellungs- und Pflegearbeiten vor. Dadurch wird insbesondere die seltene, Licht liebende Moorvegetation gefördert, die durch die zunehmende Verbuschung mit Weiden und Birken unterdrückt wird.

Der durch das Zusammentreffen von Magma mit Grundwasser verursachte Explosionstrichter des heutigen Mosbrucher Weihers entstand vor rund 11 000 Jahren.

Durch einen Tuffgesteinsriegel am westlichen Rand wurde ein See angestaut, der innerhalb von 1000 bis 2000 Jahren verlandete. Der Beginn der Moorbildung setzte vor etwa 6000 Jahren ein. Seit 1980 steht das Gebiet zusammen mit dem Hochkelberg unter Naturschutz.

Nach wie vor wird der Kern des Gebiets durch einen hohen Wasserstand geprägt. Eine zunehmende Austrocknung, die im vergangenen Jahr durch den trockenen Sommer noch begünstigt wurde, ist aber laut Kreisverwaltung deutlich zu erkennen.

Um dem zu begegnen, erfolgt in den zahlreichen Entwässerungsgräben der Einbau weiterer kleiner Stauanlagen und Palisaden innerhalb des Moorgebietes. Das Ziel: Ein rascher  Wasserabzug aus dem Gebiet soll dadurch aufgehalten werden, zur Regeneration des Moores beitragen und zusätzlich Kohlendioxid binden.

Auch kleine Moore wie der Mosbrucher Weiher tragen neben ihrer besonderen Bedeutung für die Artenvielfalt auch zum Wasserrückhalt in der Landschaft bei, dienen dem Menschen als Erholungsraum und spielen als Kohlenstoffspeicher eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Der Landkreis Vulkaneifel wurde Im Rahmen des EU-Förderprogramms für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik in mehrere Projekte aufgenommen.

Sie leisten einerseits einen Beitrag zum Klima-, Natur- und Artenschutz – durch die Ergreifung von konkreten, Klima entlastenden Maßnahmen – und verdeutlichen andererseits, dass sich Schutzziele nicht widersprechen, sondern vielmehr ergänzen und sich kooperativ erreichen lassen. Wesentliche Vorgabe und Ziel ist die Umsetzung der nationalen und europaweiten Klimaschutzziele unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategie. Dieses Naturschutzprojekt der unteren Naturschutzbehörde trägt damit auch wesentlich dazu bei, dass diese gemeinsamen Ziele im Klimaschutz erreicht werden.