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Pilger Joachim Mauer erlebt Jerusalem

Pilger Joachim Mauer erlebt Jerusalem

Als Jakobsweg- und Rompilger hat der pensionierte Grundschulleiter Joachim Mauer (67) aus Mehren in den vergangenen Jahren von sich reden gemacht (der Trierische Volksfreund berichtete). Jetzt war er zu Fuß, mit der Fähre, dem Flugzeug und dem Bus 54 Tage lang von Italien aus über Griechenland und Zypern nach Jerusalem unterwegs. Sein Resümee: Gemischte Gefühle.

Mehren/Jerusalem. Vor allem zwei Erinnerungen werden Joachim Mauer von seinem Abenteuer Jerusalem am ehesten unvergessen bleiben: am Morgen nach der Ankunft aus dem Herbergsfenster auf die Altstadt zu schauen und die goldene Kuppel des Felsendoms in der Sonne blitzen zu sehen sowie in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vachem das eigene Land in einem seiner dunkelsten Kapitel zu erleben.
Am 7. September macht er sich zusammen mit einem französischen Freund von Rom auf den Pilgerweg "Via francigena del Sud" und wandert durch die Apenninen, die Ebene von Bari und entlang der Adria.
Mit der Fähre setzen sie nach Griechenland über, zu Fuß legen sie die 300 Kilometer nach Patras im Süden zurück und erfahren trotz größter wirtschaftlicher Probleme viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Sie fliegen nach Zypern und sammeln zwiespältige Eindrücke der griechisch-türkischen Teilung. Sie fliegen weiter nach Tel Aviv und sehen auf der Busfahrt kurz vor Jerusalem die Stacheldrahtzäune zu beiden Seiten der Straße und Teile der zehn Meter hohen Mauer, die die Grenze zu den palästinensischen Gebieten bildet. Schmal und nur 500 Meter lang ist die Via Dolorosa in Jerusalem. Mauers Eindruck: Pilger aus der ganzen Welt gehen singend und betend den in die Grabeskirche mündenden "Leidensweg" Jesu, und Touristen aus der ganzen Welt säumen den Weg und drücken unaufhörlich auf die Auslöser ihrer Kameras. Joachim Mauer und sein Mitpilger werden Sprengstoffkontrollen vor dem muslimischen Felsendom und vor der jüdischen Klagemauer unterzogen.
"Das enge Nebeneinander von sehr unterschiedlichen Menschen fasziniert mich", schreibt Mauer in sein Tagebuch. "Die Menschen dort, ob jüdischer, arabischer oder sonstiger Abstammung wollen ihr Leben leben, friedlich und möglichst gesund. Sie lieben ihre Familie und haben Freunde", notiert er und fragt: "Warum gelingt es der Politik bis heute nicht, dieser Krisenregion zu einem dauerhaften Frieden zu verhelfen?"