Pitter

Huch, richtig erschreckt! Da blättere ich so das Amtsblättchen auf der Suche nach einem Skat- oder Siebenschräm-Turnier durch - möchte meine Haushaltskasse für den nächsten Kegelabend etwas aufbessern -, da stechen sie mir ins Auge: die Burgnarren, "Owastodtfelder Ijeln", "Moarflappessen" und wie sie alle heißen. Sie laden ein zur Jahresversammlung und weisen schon einmal auf den anstehenden Sessionsauftakt hin.

Doch nicht jetzt schon! Ich sitze ja quasi noch in der Badebux vor meiner Laube! "Zum Glück nur quasi, denn ansonsten würdest du schnell als Lüstling oder öffentliches Ärgernis abgeführt werden", stört eine krächzende und mir leider vertraute Stimme meine philosophischen Überlegungen zu Klimawandel und gesellschaftlichen Traditionen in der Eifel. Dabei würde Beides gut zueinander passen: Badebux und Bütt! Wer kennt sie nicht aus dem Fernsehen, die Vorzüge närrischen Treibens bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen? Karneval in Rio wäre dann eben Narretei in Neichen oder Jecksein in Jirrelstein! Und in der luftigen Bekleidung können die Gardemädels doch ohnehin viel besser tanzen, wegen der Beinfreiheit und so! Und dann das Sahnehäubchen einer jeden Kappensitzung, der Grund, worauf sich die Damenwelt ein Jahr lang freut: Männerballett! Und zwar nicht in albernen Frauenkleidern, sondern nur in: Badebux! Eine Woche Training, und so mancher Jüngling würde vor Neid erblassen, so manche Dame schmachten. "Blass werden bestimmt, da sie vor lauter Lachen keine Luft mehr kriegen", kommt ein unerhörter Zwischenruf von drinnen. Kulturbanausen überall: Ich denke, ich bleibe bei Skat und Siebenschräm, meint

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