Pitter

Ob am Pulvermaar bei Gillenfeld, in Daun, Gerolstein, Hillesheim: Fast überall im Kreis haben die Förster in den vergangenen Wochen die Motorsägen angeworfen und so gut wie jeden Baum abgesägt, der ihnen vors Schwert gekommen ist. Ich habe ja zunächst vermutet, dass das mit dem Unglück in Trier zusammenhängt, bei dem eine Kastanie umgestürzt ist und eine Frau getötet wurde.

Aber jetzt weiß ich, dass etwas anderes dahintersteckt: Die Forstleute aus dem gesamten Kreis trainieren schon einmal. Denn da ja nun klar ist, dass die A 1 weitergebaut wird, wird jeder Mann gebraucht, um die Schneise durch die Wälder bei Bongard, Heyroth, Nohn bis hin zur Landesgrenze freizuschlagen. Da fällt ganz schön was an. Und da die Forstämter auch immer weniger Personal haben, sind bei den Trainingseinheiten auch gleich einige Spediteure und Unternehmer für die Arbeit an der Kettensäge geschult worden. Schließlich sollen diejenigen, die am lautesten geschrien haben und am meisten profitieren, auch ruhig selbst was dazu beitragen, dass die Straße nicht zu teuer wird. Aber Augen auf: Bei der anstehenden Waldarbeit, die ohnehin als sehr gefährlich gilt, ist besondere Vorsicht geboten. Es könnte nämlich gut sein, dass sich die Grünen des Kreises in den Wäldern verstecken. Quasi nach dem Motto: Eine bedrohte Art gesellt sich zu anderen. Oder: Einsamer grüner Rufer trifft Schwarzstorch. Aber sie sind leicht zu erkennen am roten Kopf, der zum einen durch Schamesröte, zum anderen durch Wut hervorgerufen wird. Denn nachdem sie jahrzehntelang dagegen gewettert haben, waren es nun ihre "Parteifreunde" in Mainz, die den Weiterbau durchgesetzt und so die Kreisgrünen zur gefährdeten Art gemacht haben, meint Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne

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