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Plädoyer für das verkürzte Abi

Plädoyer für das verkürzte Abi

Für die Kinder der vierten Klasse können Zeugnisse entscheidend sein für die zukünftige Schullaufbahn. Der Trierische Vollsfreund stellt daher in einer Serie die weiterführenden Schulen des Vulkaneifelkreises vor. Heute steht das Thomas-Morus-Gymnasium in Daun im Mittelpunkt.

Daun. Die Debatte um das verkürzte Abitur, die in Deutschland oft geführt wird, kann Christoph Susewind nicht nachvollziehen. Er ist Direktor des Thomas-Morus-Gymnasiums - und setzt voll auf das Abitur in zwölf Schuljahren.
In dem so genannten G8, das die Teilnahme am Ganztagsangebot beinhaltet, sieht Susewind viele Vorteile. Seine Aufgabe sieht er darin, den Ängsten um überforderte Schüler den Antrieb zu nehmen. "Die Kinder machen die Hausaufgaben bei uns in der Schule und unter fachlicher Hilfe, wovon sie profitieren. Wenn sie zu Hause sind, haben sie wirklich frei und können noch in Vereine gehen, falls sie das möchten. Sie lernen, sich selbstständig zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen." So hält Susewind das Plädoyer für die Philosophie an seiner Schule. Daran hält er fest. "G 8 ist kein Versuchskaninchen. Es wird bleiben", sagt er.
Das Thomas-Morus-Gymnasium gehört zu 20 Schulen in Rheinland-Pfalz, die das verkürzte Abi und den Ganztagsbetrieb anbieten. Beim "Tag der offenen Tür", den viele Grundschüler zu einer Schnupperstunde nutzten, kam das an. "Da hatten wir hier 80 Jungen und Mädchen. Auch die Anmeldezahlen sind konstant", sagt Susewind. Während der Ganztagsbetrieb für Fünft- und Sechstklässler noch freiwillig ist, wird er ab der siebten Klasse zur Pflicht. Die Schule sieht Susewind nach der Reform gut aufgestellt. "Bei der ganztägigen Betreuung gibt es Phasen zum Essen, Entspannen und Arbeiten." Ausprobieren können sich die Schüler in Arbeitsgemeinschaften, die verschiedene Talente ansprechen - musikalisch (Bläser, Big Band), sportlich (Boxen, Spielen, Turnen), technisch (Multimedia und Video), kreativ (die Schülerzeitung "Der Klecks" ist mehrfach ausgezeichnet worden) oder sozial. So betreuen Schüler Menschen mit Behinderungen. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit Partnerschulen in Frankreich, Polen und den USA. Alle zwei Jahre fliegen Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums über den großen Teich in den Bundesstaat Wisconsin und leben für einige Wochen in Gastfamilien. Das Angebot ist für Susewind ein Beweis, dass ein verkürztes Abi immer noch Abenteuer im täglichen Schülerleben erlaubt. Er sagt: "Viele Leute kritisieren, dass es beim G8 eine zeitliche Enge gibt und Kinder keine eigenen Steckenpferde pflegen können - das ist Unsinn." flor
Nach Rücksprache mit der Schule sind Schnuppertage möglich. Die Anmeldungen für neue Schüler laufen seit dem 2. Februar - und können über den gesamten Monat vorgenommen werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.tmg-daun.de" class="more" text="www.tmg-daun.de"%>