Planen für kommende Generationen

Planen für kommende Generationen

Der Gerolsteiner Stadtteil Müllenborn ist jetzt eine Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung. Mit viel Eigeninitiative und Geld vom Land Rheinland-Pfalz soll der Ort zukunftsfähig gestaltet werden.

Gerolstein-Müllenborn Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms 2017 sind 25 neue Schwerpunktgemeinden in Rheinland-Pfalz anerkannt worden. Damit können in diesem Jahr insgesamt 129 Orte im Land von den 18,5 Millionen Euro profitieren, die im Topf der Maßnahmen für Dorferneuerung liegen.
Einen Vorteil hat Müllenborn mit seinen knapp 500 Einwohnern gegenüber anderen Schwerpunktgemeinden im Land: Der Ort hat bereits die erste Stufe hinter sich, genannt Dorfmoderation. So haben die Müllenborner die vollen acht Jahre der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde zur Verfügung.
"Durch die Dorfmoderation haben wir so gute Vorarbeit geleistet, dass wir sofort starten können", sagt Ortsvorsteherin Carola Korell. "Müllenborn ist ein Straßendorf, das sich an der L 24 entlang zieht, und da sind auch die Schwachpunkte. Also all die Gebäude, die schon sehr alt sind, um die sich lange niemand gekümmert hat", erklärt Korell. "So ein Haus instand zu halten, kostet viel Geld, aber die Bausubstanz ist eine ganz besondere; denn in dieser Form gibt es das sonst fast nirgendwo", betont die Ortsvorsteherin. Hintergrund ist die Geschichte von Müllenborn, wo es wegen der starken Quellen bereits im frühen Mittelalter fünf Mühlen gab, die für die Holz- oder Eisenverarbeitung genutzt wurden.
Die alten Häuser zu erhalten, die an die Blüte der Eisenindustrie im Ort erinnern, steht bei Korell und ihren Mitstreitern auf der Wunschliste. Nachdem der Gerolsteiner Stadtrat den Umbau des Sees in der Dorfmitte vergangene Woche beschlossen hat (der TV berichtete), bleibt danach im Rahmen der Schwerpunkt-Anerkennung die Gestaltung des See-Umfelds Thema für die Müllenborner "denn das ist so ein Dorfmittelpunkt, da wollen wir einen Anziehungspunkt schaffen", betont Korell. Am Waldrand oberhalb des Dorfes liegt ein "Relikt aus den 1970er Jahren, ein Tretbecken. Da überlegen wir, ein bisschen retro zu sein und den alten Gedanken des Trimm-Dich wiederaufzunehmen".
Dabei haben die Müllenborner auch die vielen Wanderer im Blick. Ähnlich wie in Schalkenmehren oder Nohn, die bereits Schwerpunktgemeinden sind, gilt es auch in der Gemeinde am Oosbach möglichst viele Einwohner von der Idee zu überzeugen. "Unsere Hauptaufgabe wird es sein, die Menschen zu sensibilisieren und bei der Stange zu halten", weiß Korell. Daher hofft sie darauf, dass durch die gemeinsamen Anstrengungen auch der Zusammenhalt gestärkt wird.
Die im Sommer bevorstehende Schließung des Kindergartens wirft für die Gemeinde die Frage auf, was mit den Räumen passieren soll. Ob dort ein Jugendraum entsteht oder ein Fitness-Center, wird sich zeigen. Für alle anstehenden Projekte, die in den acht Jahren als Schwerpunktgemeinde umgesetzt werden sollen, hat Ortsvorsteherin Korell eine Grundidee: "Wir müssen schauen, dass die nachkommenden Generationen auch noch was davon haben."Extra: ZIELE EINER SCHWERPUNKTGEMEINDE

Das Tretbecken aus den 1970er Jahren soll wieder Anziehungspunkt für Wanderer und Einwohner werden. TV-Foto: Alwin Ixfeld. Foto: Alwin Ixfeld (AIX) ("TV-Upload Ixfeld"


Was bringt die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde dem Ort und seinen Bewohnern? Dazu teilt die Pressestelle der Kreisverwaltung mit: "Da Müllenborn die Dorfmoderation bereits vorgezogen hat, können hier noch Förderungen von bis zu 18 000 Euro für die Fortschreibung und den Beratervertrag beantragt werden. Zudem genießen weitere DE-Projekte aus Müllenborn einen besonderen Status." Auch Privatleute können in den Genuss von Fördergeldern kommen: "Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms können Um-, An- oder Ausbaumaßnehmen an älteren ortsbildprägenden Gebäuden gefördert werden. In der Regel können Einzelmaßnahmen mit bis zu 20 452 Euro unterstützt werden. Gerne beraten die Dorferneuerungsfachleute interessierte Hauseigentümer zunächst am Telefon und gegebenenfalls auch vor Ort."

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